Mai 2026 Algerien  - Tunesien



Freitag, den 01.05.2026


Bis heute Morgen um sechs habe ich so tief und fest geschlafen wie ein Stein. Um sieben schäle ich mich aus dem Bett, um Frühstück zu machen. Für heute habe ich mir einen leichten Spaziergang bis in die Altstadt vorgenommen, laut Google Maps 5 km.

Der Eingang von meinem Motel OASIS – eine gute Wahl, die ich da getroffen habe.

Einer der Flussläufe (Qued), die nur nach Regen Wasser führen.

Der Qued Maitor. Er müsste eigentlich Qued Müll heißen. Generell ist der Müll ein dickes Problem, das die Algerier dahaben. Aber wie oft in solchen Ländern funktioniert die Müllentsorgung nicht und sie vergiften sich selber. Kein erhobener Zeigefinger, denn wie würde es bei uns in Deutschland aussehen, wenn es das Entsorgungssystem nicht gäbe?

In der Altstadt angekommen gehe ich erst mal ins Café Bayern München. Ja, fußballverrückt sind die Algerier schon. Nicht nur die Bayern kennt man hier, sondern auch die beiden Borussen Teams. Mich hat man unterwegs auf meinem Fahrrad mit den Farben Gelb schwarz (auf die Borussia-Dortmund-Vereinsfarben) angesprochen.

Frisches Gemüse wird hier verkauft.

Algerien ist das Land der Katzen, das hatten Wolfgang und ich schon in Algier festgestellt.

Die Altstadt mit einer ihrer zahlreichen Moscheen. So wie es früher bei uns  auf dem Land war, so ist auch hier der Friedhof nicht weit von der Moschee entfernt.

Dann mache ich mich auf den Heimweg. Zurück im Hotel buche ich die drei Übernachtungen bis Montag, den 4. Mai, dann geht es weiter. Für morgen plane ich eine Besichtigungstour in der näheren Umgebung. Die Schmutzwäsche konnte ich zum Waschen an der Rezeption abgeben und die Kleinteile hängen schon zum Trocknen auf der Leine.





Samstag, den 02.05.2026: Besichtigung der El-Hamel-Moschee mit Klosteranlage, die von den Anhängern des Sufismus  genutzt wird, ca. 17 km südlich von Bou Saada gelegen.


Wie gestern Nachmittag vereinbart stehe ich um 10 Uhr an der Rezeption und zur Besichtigungstour bereit. Nur davon scheint das Morgen-Team hinter dem Tresen nichts zu wissen. Jetzt wird hektisch telefoniert und eine Stunde später kommt ein Guide mit Fahrer und es kann losgehen. Dass keiner Englisch spricht, ist mir jetzt auch egal. Dann läuft die Unterhaltung oder die Informationen über den Translator. Nur kein Stress, ich habe Urlaub. Ich steige in den Land Rover und los geht es.

Die Stadt El Hamel

Auf dem Weg zur Moschee

Enge verwinkelte Gassen

Eingangstür zur Moschee

In der Moschee

Die Gebetszeiten sind hier aufgelistet

Der Imam hat hier seinen Platz


Kaum zu glauben, der Feigenbaum soll 200 Jahre alt sein, wird mir versichert.

Süße Blüten, die habe ich probiert.

Die Architekten hatten den Bogen raus

Sehr schöner Torbogen über der Ausfahrt der Moschee, wo auch der Land Rover auf mich wartet.


Nun geht die Fahrt zurück nach Bou Saada, die Moulin Ferrero sind unser Ziel. Davon werde ich morgen berichten. Der morgige Tag ist der letzte hier in Bou Saada und ein paar Dinge sind noch zu erledigen.




Sonntag, den 03.05.2026: Letzter Tag hier vor Ort
Besichtigung Teil 2.

Schöne Aussicht auf die Stadt Bou Saada

Moulin Ferrero oder die Ruine, die übrig blieb nach dem Hochwasser.


Sie befindet sich 2 km vom Stadtzentrum von Bou Saada entfernt und ist eine alte Mühle, die einem gewissen Ferrero gehörte. Antoine Ferrero, ein Italiener, der am 28. September 1849 in Carona (Turin) geboren wurde, wanderte 1867 nach Algerien aus. Er war in verschiedenen Mühlen beschäftigt und gründete für die örtliche Müllerei die Ferrero-Mühle. Von der Mühle sind heute nur noch Ruinen übrig, da das Bauwerk 1975 von einem Hochwasser des Wadi weggespült wurde. Nichtsdestotrotz ist der Ort hübsch und in der Wüstenlandschaft sehr fotogen. Es ist ein sehr schöner Ort, um zu wandern und auch die Wasserfälle in der Nähe zu entdecken.

Viel ist von der Wassermühle nicht stehen geblieben.

Der Wasserfall

Ein paar schöne Fotomotive




Georges Bou Saada

Den Bou Saada Canyon fahren wir noch ein Stück entlang.


Heute nehme ich mir mein Rad vor. Eine gründliche Reinigung ist vonnöten, und eine kleine Inspektion mache ich gleich mit. Zu Mittag koche ich ein Nudelgericht, denn so etwas gibt es hier in keinem Restaurant. Die Wäsche habe ich zurückbekommen. Dann steht dem Start morgen früh um sechs Uhr nichts mehr im Wege. Da die nächsten Betten stehen in der Stadt Barika, 130 km entfernt. Darum will ich so früh wie möglich auf die Straße. Mal schauen, was die Polizei macht. Werde ich weiter begleitet? Da warte ich mal ab und halte mich still.




Montag, den 04.05.2026, von Bou Saada bis Barika.


Meine jüngste Schwester Gabi, mit der ich schon so manche Tour auf unserem Globus gefahren bin, ist jetzt auf dem Maas-Radweg unterwegs, hoch bis zur Quelle. Wenn ihr sie seht, grüßt sie ganz herzlich von mir.
Heute lege ich einen Bilderbuchstart hin. Um 6:00 Uhr verlasse ich Bou Saada in nördlicher Richtung. Die Polizei hat sich nicht blicken lassen. Erst nach 43 km an einem Kontrollpunkt werde ich registriert, bekomme Kaffee, Wasser und eine Warnweste geschenkt und darf nach einer halben Stunde alleine weiterfahren. Nachdem die Sonne sich die Vorherrschaft am Himmel erobert hat, lohnt es sich von den Lichtverhältnissen, Fotos zu machen.

Die Wüste blüht. Was in ein paar Wochen vertrocknet und verdorrt ist, steht jetzt in voller Blütenpracht.

Die Blüten

Fast den ganzen Tag radle ich am Südufer des Chott El Hodna entlang. Er ist mit seinen ca. 80 km Länge und 16 km Breite der zweitgrößte See Algeriens.

Wo er austrocknet, wird er zum Salzsee.

Meine nächsten Ziele.

„ Gabi Hundert „

Ein Prachtstück.

Das Hotel Messaoui Barika erreiche ich um 15Uhr30. Hier buche ich zwei Übernachtungen und schaue mir morgen die Stadt an.

Dieses Restaurant ist eine Empfehlung vom Hotel. Das Essen war sehr gut und echt lecker.


Tagesdaten: 137 km/8:15 Std. Zeit in Fahrt/259 m Anstieg und 304 m Abstieg




Dienstag, den 05.05.2026: Besichtigung der Stadt Barika.


Heute Morgen spüre ich noch die 137 km in den alten Knochen. Also tut der Besichtigungstag ganz gut. In der Planungsphase hatte ich den Tag auch schon eingeplant, um mal Einblick zu gewinnen in den Alltag einer algerischen Kleinstadt.
Barika ist eine Stadt im Nordosten Algeriens, in der Provinz Batna nahe dem Aurès-Gebirge. Bekannt für ihre strategische Lage an historischen Handelsrouten, dient sie als regionales Zentrum der Landwirtschaft, insbesondere des Oliven- und Getreideanbaus. Die Wirtschaft der Stadt profitiert von der Nähe zu Batna, der Provinzhauptstadt, und ihrer Rolle als Transitpunkt zwischen der Sahara im Süden und der Küste im Norden. Hier ein paar Fotos vom Spaziergang durch die Stadt.

Auf der Straße

Gemüse Stand

Blütenpracht in einer Nebenstraße.

Schöner Innenhof

Graffiti

Es gibt sie auch hier, die Müllmänner

Dattelstand, die habe ich nach Möglichkeit auch immer dabei. Sie schmecken gut und sind sehr nahrhaft.

Bei uns würde man sagen: „en Kaffeebut“. Hier gibt es die kleinen Cafés an jeder Ecke. Der Kaffee ist klein, schwarz, stark und wird hier aus kleinen Pappbechern geschlürft.


Zurück im Hotel sagt man mir, dass die Polizei wissen wollte, wann ich morgen weiterfahre. Ich habe mich auf 6 Uhr 30 festgelegt. Der Morgen ist es zum Radeln die beste und kühlste Zeit. Nachmittags klettert das Thermometer gerne mal auf oder über die 30-Grad-Marke. Die Länge der Strecke Barika nach Batna beträgt 81 km und es geht langsam wieder ins Hochland.
Ich freue mich darauf.




Mittwoch, den 06.05.2026    Von Barika nach Batna


Heute Morgen telefoniert der junge Mann sich die Finger wund, um einen von der Polizei an die Strippe zu bekommen. Bis er das satthat und zu Fuß zur nächsten Polizeistation geht. Er hatte gestern die Order bekommen, dass ich nur in Begleitung eines Polizisten das Hotel verlassen darf.
Derweil  bepacke ich das Rad und als er zurückkommt, kann ich endlich fahren. Am letzten Kreisverkehr verschwindet auch mein Begleitfahrzeug und ich werde auch an keinem Kontrollposten mehr kontrolliert: „Gott sei Dank.“

Vor dem Hotel links ist eine Konditorei, denn die Algerier essen gerne Süßes. Wo der Mann vorsteht, ist ein Wasserspender mit gekühltem Trinkwasser.

Als ich aus der Stadt bin, beginnt es leicht zu nieseln, sodass ich die leichte Regenjacke überziehe. Die Tendenz heute ist eindeutig: Es geht nach oben und am Ende des Tages werde ich mich auf 1092 Meter über dem Meeresspiegel wiederfinden.

Das Schlimme sind nicht die Steigungen, sondern der stark böige Gegenwind, der mich fast von der Straße weht. Dazu kommt, dass die Straße nur zweispurig ist, mit Gegenverkehr. Da ist kein Platz mehr für einen Radler. Ich habe heute mehr in die Rückspiegel geschaut als nach vorne. Das ändert sich erst, als ich auf die RN3 komme, die ohne Gegenverkehr eine Erleichterung bringt,

Eine Augenweide sind die Straßenränder. Üppig bewachsen mit Wildblumen aller Art.

Das Wettrennen mit dem Zug habe ich verloren.

Es tauchen schon die ersten Hochhaussiedlungen von Batna auf, das Ziel für heute. Im Hotel Salin frage ich nach dem Zimmerpreis. 7500,- Dir. Das ist mir doch ein wenig zu viel. Vom netten Herrn an der Rezeption bekomme ich aber einen Tipp. Gegenüber gibt es ein Motel, auch Residenz genannt, wo das Zimmer 1500,-Dir die Nacht kostet.

Ein Blick vom Balkon meiner heutigen Residenz


Für morgen steht eine kurze Tagestour nach Timgad an. Die archäologisch bedeutendste Ausgrabungsstätte in Algerien. Ich freue mich darauf und hoffe, auf gutes fotografier Wetter.


Tagesdaten: 84 km / 7:05 Std. Zeit in Fahrt / 763 m Anstieg und 159 m Abstieg / aktuelle Höhe 1092 m




Donnerstag, den 07.05.2026     Von Batna nach Timgad

Trotz der exponierten Lage der Residenz, direkt am Kreisverkehr, habe ich gut geschlafen und verabschiede mich um 7 Uhr 40 von meinem Gastgeber.

Den Störchen scheint das auch nichts auszumachen, auf dem Schild über der Straße ihr Nest zu bauen.

n dem letzten Ort vor Timgad ist Schlachtfest, denn mehrere Metzger haben die geschlachteten Schafe und Ziegen draußen hängen.

Um 10 Uhr 30 stehe ich vor dem Hostel.


In Timgad gibt es nur ein Touristenhotel (8.000 Dinar die Nacht) und eine Jugendherberge. Das wusste ich vorab. Dass aber morgen eine Jugendgruppe kommt und alle Betten belegt sind, das konnte ich nicht ahnen. Was bleibt mir übrig? Dann bleibe ich nur 1 Nacht hier und nicht zwei wie geplant. Ich ziehe mich um, mache meine Teepause und gehe zum Ticketschalter, der nur einen Steinwurf entfernt steht, und hole mir eine Eintrittskarte für das Museum und die Ausgrabungsstätte. Jetzt folgen ein paar Bilder, die ich ausgewählt habe. Leider fehlt da der blaue Himmel. Bin ich selber schuld, weil ich die Sonne zur Gabi nach Frankreich geschickt habe.

Das Theater

Markanter Bogen

Das Wahrzeichen von Timgad, der Trajansbogen, von Westen herkommend.

Von der Ostseite gesehen.

Der Weg runter zum Museum

Steinerne Zeugen

Mosaike, so fein gearbeitet wie ein Teppich

Einige erhaltene Wandmalereien bekomme ich noch zu sehen


Info:
Timgad liegt in der Provinz Batna und zählt zu den am besten erhaltenen römischen Ausgrabungsstätten der Welt. Die im 1. Jahrhundert n. Chr. von Kaiser Trajan gegründete antike Militärstadt zeugt vom städtebaulichen Genie des antiken Roms.
Die Stadt, die den Beinamen „Pompeji Nordafrikas“ trägt , bietet ein außergewöhnliches Eintauchen in die Geschichte zwischen gepflasterten Straßen, grandiosen Monumenten und perfekt ausgerichteten Ruinen.
Morgen werde ich leider weiter radeln und mir einen anderen Platz suchen zum Relaxen.


Tagesdaten: 37 Km / 2:50 Std. Zeit in Fahrt / 250 m Anstieg und 301 m Abstieg




Freitag, den 08.05.2026  Von Timgad nach Ain Fakroun


Info:
Der Freitag ist für Muslime der wichtigste Tag der Woche. Ein wöchentlicher Feiertag und Tag der gemeinschaftlichen Zusammenkunft. Der Höhepunkt ist das Freitagsgebet um die Mittagszeit.
Es ist 6 Uhr 50, als ich die Jugendherberge in Timgad verlasse. Schluss jetzt mit tote Steine gucken und rein ins pralle Leben hier in Algerien. Gestern Nachmittag und in der Nacht hat es noch geregnet und nun strahlt die Sonne von einem azurblauen Himmel herab. Seitdem ich hier in Algerien unterwegs bin, muss ich oft an Lami denken, den Algerier. Ein Stammgast bei Cornelißen Willi, der sich dort mit anderen zum Skatspielen traf. Wenn er gewonnen hatte, war sein Kommentar: „Muss ich kommen aus Wüste, um euch zu zeigen, wie man Skat spielt?“

Durch eindrucksvolle Landschaften radele ich

Ich befinde mich auf einer Hochebene, ca. 850m ü. NN. Kornfelder, soweit das Auge reicht

Auch die Störche scheinen genug Nahrung zu finden.

Gedenkstätten an den blutigen algerischen Befreiungskampf (1954–1962) sieht man häufig.

Von Yahia und Noah werde ich zu Kaffee und einem Teilchen eingeladen. Gestärkt und belebt geht es weiter.

Einfach schön, hier in die Pedale zu treten. Die Straße ist gut und es ist wenig Verkehr.

Die Algerier, an denen ich vorbeifahre, sind so blass im Gesicht.

Dem Ziel so nah.

Ein paar Minuten später checke ich ein ins Ourkis Hotel. 4000 – Dir = 25,65€

Über ein schönes Zimmer, weiße Bettwäsche und eine heiße Dusche darf ich mich freuen.


Nach dem Duschen sichte und bearbeite ich die heutigen Fotos, schreibe den Tagesbericht und buche über Booking.com eine Unterkunft für drei Nächte in Constantine. Mein morgiges Ziel, was wohl auch eins der Highlights der Tour sein wird.


Tagesdaten: 76 km / 4:40 Std. Zeit in Fahrt / 278m Anstieg und 387m Abstieg.




Samstag, den 09.05. 2026  Von Ain Fakroun nach Constantine


Algerien ist kein einfaches Reiseland.


Immer wieder mal hat mich ein Polizist an einem Checkpoint auf das Ablaufdatum 02.05.2026 auf meinem Visum angesprochen. Ich habe ihnen dann versucht zu erklären, dass ich in dem Zeitraum vom Ausstellungsdatum 03.03. bis 02.05. Ablaufdatum einreisen muss, und ich mich dann 30 Tage nach Tag der Einreise im Land aufhalten darf. Gestern, ich lag schon im ersten Tiefschlaf, da klopft es an meiner Zimmertür: Ich solle den Pass mitbringen, da wäre Besuch für mich da, sagt der freundliche Herr von der Rezeption. Bei den zwei Beamten der örtlichen Polizei versuche ich auch meine Erklärungsversuche. Mit meinem Übersetzerprogramm auf dem Smartphone klappt es einigermaßen. Sein Chef in der Behörde, mit dem er auch noch telefoniert, will meinen Originalpass haben, die Kopien reichen ihm nicht. Normalerweise gebe ich den Pass nicht aus der Hand, aber nachdem es schon zwei Uhr in der Nacht ist und er mir verspricht, dass ich bis um 9 Uhr in der Früh meinen Reisepass wieder habe, willige ich ein. Den Wecker stelle ich auf halb acht und versuche, die kreisenden Gedanken auszublenden und erneut in den Schlaf zu finden.
Am Morgen, es sind noch keine 9 Uhr, ist der Polizist mit meinem Pass schon da und sagt mir, es wäre jetzt alles in Ordnung, ich könnte jetzt bis zum 22.05. in Algerien bleiben. „Inallah“, denke ich mir.
Es ist warm heute Morgen und es liegt Saharastaub in der Luft.

Ein Getreidesilo nach dem Anderen.

Ein Menschensilo nach dem Anderen.

Das von mir am häufigsten gesehene Straßenschild, welches man auch nicht übersehen sollte.

Jeder hat ja in der Familie oder im Freundeskreis  ein schwarzes Schaf, aber deshalb gleich ein Warnschild aufstellen?

Erster Ausblick auf eine außergewöhnliche Stadt.

Stadt der Brücken

Die Altstadt und ich mitten drin.

Hostel El Rümel. Begrüßt werde ich von der jungen hübschen  Anfel

Blick vom Balkon in der ersten Etage. Besser gelegen geht kaum noch.

Ich habe ein Zimmer für mich, Gemeinschaftsdusche und WC sind nebenan. Das Rad steht im Flur, das ist auch beruhigend. Nachdem ich mich geduscht habe, gehe ich was essen und einkaufen. Es sind 31Grad, lecker warm. Es gefällt mir sehr gut hier.


Tagesdaten: 61 km / 3:30 h Fahrzeit / 258 m Anstieg und 541 m Abstieg.




Sonntag, den 10.05.2026. Heute hat Gisela, meine Schwägerin, Geburtstag. Herzliche Glückwünsche schicke ich Dir von Constantine nach Dülken.

Info: Constantine ist mit 500.000 Einwohnern nach Algier und Oran die drittgrößte Stadt in Algerien. Sie ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, Industriestadt und Verkehrsknotenpunkt. Die Stadt besitzt eine Universität, eine islamische Hochschule sowie antike und mittelalterliche Bauten wie die Statue des römischen Kaisers Konstantin und den Ahmed-Bey-Palast.
Die Stadt liegt im Nordosten des Landes in einer hügeligen Landschaft in mehr als 600 m Höhe über dem Meeresspiegel, etwa 60 Kilometer südlich des Mittelmeers.
Besichtigung und Brückentour in Constantine.

Blick auf die Pont Sibi M’cid, eine der spektakulärsten Hängebrücken.

Das Monument aux Morts, da will ich hinauf.

Hier kann man tief blicken.

Die Jungs wollten unbedingt aufs Bild

Da geht für mich übermorgen weiter, Richtung Meer.

Die Brücke in ihrer vollen Größe. Mit 150m Länge, 5,80m Breite und einer Höhe von 175 m. Erbaut wurde sie 1912.

Blick auf die Stadt vom Monument aux Morts.

Nach dem Römer Constantinus, bekannt auch als Konstantin der Große, wurde die Stadt benannt.

Eines der vielen Männer-Debattierklübchen beim Kaffee schlürfen.

Über die Pont Melah Sliman, meine Lieblingsbrücke, wieder zurück in die Altstadt. Da muss man sich am Lift anstellen oder sportiv die Treppe nehmen.

Die Brücke von oben. Den Ausblick werde ich später noch mal genießen, denn dort ist ein Restaurant, wo ich später essen gehe.


Jetzt war ich drei Stunden unterwegs und hab mir einen Kaffee verdient.
Gegen 14:00 Uhr kommt ein Paar aus Hamburg an, was Anfel mir auch angekündigt hat. Jetzt steht auch noch ein Franzose auf der Matte. Bin ich denn der Hausmeister hier?




Montag, den 11.05.2026: Stadtbesichtigung mit der Medina, dem Palais d’ Ahmet Bey und der Grande Mosquée de Constantine. Alles fußläufig zu erreichen.


Info: Das im Herzen der Medina, am südöstlichen Hang des Felsmassivs gelegene Bauwerk zählt zu den interessantesten Denkmälern Algeriens – sowohl aufgrund seiner bemerkenswerten maurischen Architektur als auch seiner historischen Bedeutung. Der Zugang erfolgt durch ein massives, mit dekorativen Messingnägeln verziertes grünes Tor.
Imposant und vollkommen harmonisch zeichnet es sich durch seine eleganten und grandiosen Proportionen aus. Seine Architektur spiegelt die Raffinesse des algerischen Luxus und die Prachtentfaltung jener Zeit wider.
Der Palast von Ahmed Bey diente bis 1837 als offizielle Residenz des Beys, bis die Stadt von Frankreich erobert wurde. Anschließend diente er als Sitz der Kolonialregierung. Nach der Unabhängigkeit Algeriens im Jahr 1962 wurde der Palast in ein Museum umgewandelt.


Nachtrag zu gestern: Ich war ja gestern Nachmittag noch im Restaurant Igherssan essen.

Couscous mit Lammfleisch und Gemüse vorzüglich und dann noch der Ausblick.

Durch die Medina hoch zum Palais

Händler mit ihren Ständen

Hier kaufe ich Nüsse und Rosinen fürs Müsli ein

Der Palais d’ Ahmet Bey

Laubengänge

Schattiger Innenhof

Jetzt ein Museum

Lekikot heißt der junge Mann, der hier im Café bedient. Er lernt Deutsch und schreibt mir seinen Namen ins Tagebuch. Meinen Vornamen schreibt er in arabischer Schrift hinein. Er spricht schon ein gutes Deutsch, sodass  wir uns gut unterhalten können.

Die Grande Mosquée de Constantine schaue ich mir auch von innen an.

Der Gebetsraum

Soviel Besichtigen macht hungrig. Der Teller ist aber nicht für mich. Ich habe mir Reis mit Leber bestellt.


Morgen radle ich weiter über El Harrouch nach Azzaba. Am Vatertag möchte ich gerne am Mittelmeer entlangradeln.




Dienstag, den 12.05.2026  Von Constantine über El Harrouch nach Azzaba


Der Tag ist schnell erzählt. Um 7 Uhr 30 verlasse ich das Hostel Le Rhumel  und die fantastische Stadt Constantine auf der NR3.

Unter der Hängebrücke Pont Sibi MʹCid, der letzte wehmütige Blick zurück, danach ist erst mal Kurbeln angesagt.

Das Ende der Provinz Constantine

Schnell noch einen Blick auf geleistete Kurbelarbeit und eine tolle Hügellandschaft, denn hinter der nächsten Linkskurve geht’s erst mal wieder bergab.

Im Ort El Harrouch scheint das Töpfereihandwerk zu Haus zu sein.

Die Opunzienblüte hat begonnen. Die Opuntie ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Kakteengewächse.  Auch goldgelbe Kornfelder, zwei Fotten hoch, sehe ich.

Um vierzehn Uhr stehe ich schon vor dem Hotel El Wassin, welches ich mir gestern schon bei Tante Google rausgesucht habe.


Nach dem Duschen und einer kurzen Pause mache ich noch einen kleinen Spaziergang, gehe noch was essen und schreibe anschließend meinen Tagesreport. Apropos Schreiben: Heute Morgen hatte ich einen bemerkenswerten Eintrag im Gästebuch von Chris Cross. Er schreibt unter anderem, dass er nach über 10 Jahren des Mitlesens nun einen Eintrag ins Gästebuch geschrieben hat. So Leute, traut Euch und schreibt Eure Meinung, Lob, Kritik oder Anregungen ins Gästebuch. Das ist der Treibstoff, den Radträumer zum Fahren brauchen.
Morgen möchte ich nach Annaba ans Mittelmeer kommen und dort den diesjährigen Vatertag verbringen.




Mittwoch, den 13.05. 2026 Von Azzaba bis Annaba, der Perle am Mittelmeer


Dass hier im Ort wohl die angesagte Wedding-Location ist, stelle ich fest, als ich den Frühstücksraum suche.

Im Frühstücksraum fülle ich nur meine Flaschen mit Trinkwasser auf. Nachdem ich Gepäck und Fahrrad aus dem zweiten Stock nach unten geschleppt habe, beginne ich meinen Radtag um acht Uhr.

Plattenbauten made in Algeria


Gleich beim Verlassen der Stadt fahre ich auf der RN 44, die bis nach Annaba ins Zentrum führt.

Meine nächsten Ziele stehen schon auf den Hinweistafeln. Von Annaba ist die Grenze zu Tunesien nur noch ca. 100 km entfernt.

Eine Bushaltestelle ist ein schattiger Pausenplatz für meine Teepause.

Unverkennbar die Saint-Augustin-Basilika, ein Wahrzeichen der Stadt Annaba.

Ich bin jetzt in der Altstadt. Wenn ich halte, um ein Foto zu machen, bin ich umringt von offenen, freundlichen und ein wenig neugierigen Menschen. Gestern hatte ich mir drei Hotels in der Altstadt herausgeschrieben. Gleich im zweiten Anlauf finde ich das Richtige für mich.

Das Hotel SafSaf liegt an einem zentralen Platz an einer Moschee.

Blick vom Hotel auf die schöne Moschee

Der Blick von meinem Zimmer nach hinten raus ist nicht so prickelnd.


Hier in Annaba werde ich ein paar Tage bleiben und mir die Stadt etwas genauer anschauen. Das erste Vatertagsgeschenk habe ich per Zufall beim ersten Spaziergang gefunden. Einen Laden für Bier, Wein und Spirituosen. Eine Flasche Rotwein habe ich eingekauft. Ich glaube, den Wein werde ich heute Abend schon mal probieren.




Donnerstag, den 14.05.2026. Heute ist der wichtigste Feiertag im Jahr, der Vatertag.


Da morgen Freitag ist, und alle Geschäfte geschlossen haben , muss ich heute die Einkäufe erledigen. Dabei streife ich durch die quirlige Altstadt.

Vieille Ville, wie die Einheimischen liebevoll ihre Altstadt nennen.

Der Gare de Annaba gegenüber der Maritime Station, Fähranleger.

Bahnsteige des Hauptbahnhofs. Hier ist Pünktlichkeit nicht so das Thema, eher ob überhaupt ein Zug kommt.

Grande Marche: frisches Obst und Gemüse. Fisch, Fleisch und Geflügel bekommt man hier.

Das sieht doch einladend aus

Kinder im Spiel vertieft.

Der Cours de la Révolution ist ein lebendiger und bedeutender Boulevard in Annaba. Diese pulsierende Straße besticht durch ihre gelungene Mischung aus historischer Architektur und modernen Annehmlichkeiten und ist daher ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Touristen. Palmen, Cafés und Geschäfte säumen den Boulevard und schaffen eine lebhafte Atmosphäre, die zu entspannten Spaziergängen einlädt.


Morgen schaue ich mich mal am Hafen und am Strand um, bevor ich übermorgen weiterkurbel zur Stadt El Kala, 26 km vor der algerisch-tunesischen Grenze. 

So, jetzt habe ich alles erledigt und die Feierlichkeiten zum Vatertag können beginnen.




Freitag, den 15.05.2026: Besichtigung des Hafenviertels und der Strände bis hoch zum Cap Garde


Heute nach dem Frühstück buche ich an der Rezeption noch eine Nacht nach und sage Bescheid, dass ich morgen früh weiterfahre nach El Kala, der letzten Station vor der Grenze zu Tunesien.

Ich gehe durch die Altstadt bergauf und habe schon bald einen schönen Blick auf den Frachthafen.

Blumenfenster

Ich verlasse die Vieille Ville (Altstadt) und die Straße senkt sich langsam  runter zum Meer.

Blick auf den Strand bis zum Cap de Garde

Ein Badeanzug für junge Frauen (ist aber keine Pflicht)

Plage N’Nasr, einer von sechs Stränden bis zum Cap de Garde

Fischereihafen, wo ich zu Mittag esse.

Der Mann versteht sein Handwerk.

Fertig zum Verkauf

Und hier schließt sich der Kreis und ich bin wieder in der Altstadt, die wie ausgestorben wirkt. Da heute Freitag ist, sind fast alle Läden und Lokale geschlossen.




Samstag, den 16.05.2026: Von Annaba bis El Kala


Es ist noch nichts los auf den Straßen der Stadt, als ich auf der NR 44 Richtung Osten die Stadt verlasse. Lockere Bewölkung und 21 Grad sind angenehme Voraussetzungen für die heutige Radtour.

Es grüßt mich die Basilica Saint Augustin. Dieses Mal zeigt sie mir ihre andere Seite.

Blick zurück von der breiten Strandpromenade mit Radweg, die aber nie fertiggebaut wurde, und jetzt ist man dabei, sie wieder zu erneuern.

Auf der linken Straßenseite moderne Geschäftshäuser

Auf der anderen Seite Hütten und Müll ohne Ende.

Durch ein ausgeschildertes Naturschutzgebiet radele ich und es ist eine Wohltat für die Augen und die Nase.

Hier nach 52 km ist es Zeit für eine Teepause. Die letzten 23 km spule ich locker runter, so bin ich schon halb zwei Uhr in El Kala

In El Kala der Blick aufs blaue Meer

Da habe ich das Hotel Essahel für diese Nacht unbewusst abgelichtet.


Dort frage ich nach. Die Nacht kostet 2000,– Dir = 13,– € mit eigenem Bad.

Das Zimmer 004 liegt im EG und ich kann mein Gepäck bis zur Zimmertür fahren.


Da Samstag auch alles früher schließt, gehe ich erst noch essen und einkaufen, bevor ich mich dusche und umziehe. Morgen werde ich „so Gott will“ über den  Grenzübergang Oum-Tboul von Algerien nach Tunesien einreisen.


Tagesdaten: 75 km/4,55 Std. Zeit in Fahrt/376 m Anstieg und 364 m Abstieg.




Sonntag, den 17.05.2026: Von El Kala über die Grenze  Oum-Tboul nach Tabarka


Ich freue mich jetzt auf ein neues Land und hoffe auf ein einfacheres Reisen. Grenzen verlaufen oft im Tal, entlang  von Flüssen oder, wie ich es zu spüren bekomme, über die Bergkuppen.

Von Meereshöhe heute Morgen, bis auf 420 m Höhe schlängelt sich die Straße hoch bis zum Grenzübergang Oum-Toul. Im letzten Ort vor der Grenze konnte ich mein restliches algerisches Geld umtauschen und kann nun 240,– TND (Tunesische Dinar) mein Eigen nennen.

Typisch algerisch: Mitten im Nirgendwo ein 600 Meter langer Radweg.

Im Naturschutzgebiet

Da oben, wo die Masten stehen, dort müsste die Grenze sein, habe ich gedacht, aber von dort noch mal hoch, dann stehe ich an der Grenze. Dort geht das wieder los mit dem Ablaufdatum des Visums nach einer guten Stunde und Vorsprache bei einem Offizier, dem ich die Sache mit dem Datum erklären kann. Dann geht alles schnell. Ich bekomme meinen Stempel in den Pass gedrückt und ich bin  raus. Um in Tunesien einzureisen, brauche ich gerade mal 15 Minuten. Hinter der Grenze hole ich mir direkt eine tunesische SIM-Karte.

Eindrucksvolle Landschaften, und jetzt kann ich es rollen lassen.

Das ist nicht Tabarka, sondern das liegt hinter dem nächsten Hügel.

Das nenne ich mal schöne Ausichten

Die Stadt liegt mir zu Füßen

Die vorgelagerte Festung, die ich von meinem Zimmer im zweiten Stock sehen kann

Blick aus dem Fenster Richtung Meer im Hotel France


Nach dem Duschen und Waschen der Radlerkluft geht’s zum Essen. Spaghetti mit Meeresfrüchten sind meine Wahl.


Tagesdaten: 40 km/3:55 Std. Zeit in Fahrt/632 m Anstieg und 649 m Abstieg.



Resümee einer unvergesslichen Radreise durch Algerien.

Da ich Marokko schon mehrfach mit dem Velo bereist und Tunesien 2002 nur einen dreiwöchigen Besuch abgestattet habe, (damals war Algerien noch nicht als Individualtourist zu bereisen), habe ich mich Ende 2025 an die Planung dieser Reise gemacht.


Dieses Land, das ich zuvor kaum kannte, hat mich mit seiner reichen Kultur, der Offenheit seiner Bewohner und der Schönheit seiner Landschaften überrascht. Zwischen den lebhaften Gassen der Städte, den lokalen Traditionen und der Weite der Landschaften war diese Reise eine echte Auszeit, aber auch eine Herausforderung für Mensch und Material.


Die Gastfreundschaft der Menschen vor Ort hat mich besonders berührt; ich wurde wie ein Freund empfangen, nicht wie ein Tourist. Die atemberaubenden Landschaften und die faszinierende Geschichte dieses Landes haben mich tief beeindruckt.
Algerien ist kein einfaches Reiseland. Natürlich ist es noch schwieriger, wenn man wie ich kein Arabisch und kein Französisch spricht.


Es war ein unvergessliches Erlebnis, und ich hoffe, ich konnte Euch da ein wenig mitnehmen.
Der Radträumer Walter


Jetzt bin ich schon neugierig auf Tunesien. Den Süden des Landes habe ich ja schon 2002 mit meiner damaligen Lebensabschnittsgefährtin Angelika bereist. Ich habe an diese Reise nur gute Erinnerungen.




Montag, den 18.05.2026: Besichtigung von Tabarka


Doch bevor es ans Besichtigen geht, muss ich noch ein paar wichtige Dinge erledigen. Mal schauen, wie es hier in Tunesien mit der Beschaffung von Landeswährung am Geldautomaten funktioniert. In der gegenüber vom Hotel liegenden Bank, zeigt man mir, wie es geht, und das erste Problem ist gelöst.

Der Herr ist Friseur, er hat mir in einer guten halben Stunde die Wolle von eineinhalb Monaten vom Kopf geschoren. So um einiges leichter kann ich mit der Besichtigungstour starten.

Durch den Fischereihafen, wo auch die auf Dreimaster getrimmten Touristenschiffe vor Anker liegen.

Die Besucher scheinen es zu mögen.

Ich lenke meine Schritte den Strand entlang, bis ich einen Trampelpfad hoch zum Fort Genois finde und ihm folge.

Eine gewaltige Trutzburg, deren Tor aber verschlossen ist.

Von hier hat man nicht nur auf die Stadt eine tolle Aussicht.

Runter nehme ich die noch im Bau befindliche Straße.

Auch wenn der Ort Tabarka mir sehr gefällt, will ich morgen ein Stück weiter Richtung Tunis radeln.


Beim Einkauf im Supermarkt bringe ich eine Flasche Rotwein mit. Im Supermarkt ist ein separater Raum für die alkoholischen Getränke eingerichtet.




Dienstag, den 19.05.2026: Von Tabarka nach Mateur

Kein noch so kleines Wölkchen ist am Himmel zu sehen, als ich um halb acht Uhr in den neuen Radtag und in die vierte Etappe der Nordafrikatour starte. Die vierte Etappe hatte ja an der Grenze zu Tunesien begonnen.

Nach 32 km stehe ich  in Nefta am Kreisverkehr.

Auf den von mir so geliebten Kilometersteinen steht alles drauf, was für die Orientierung wichtig ist.

Dieser Platz scheint ja offensichtlich bei den Störchen sehr beliebt zu sein.

Schönes Hügelland. Wie man bei den Tagesdaten sehen kann, kommen da im Laufe des Tages genug Höhenmeter zusammen. Es war aber gut zu fahren, keine starken Steigungen, konnte immer locker rundtreten.

Um 14:00 Uhr geht es endgültig ins Tal. Im Hintergrund ist der Lake Bizerte zu erkennen.

Gerade sind es 15 Uhr 30 und ich bin  im  Hotelzimmer  und schieße ein Foto. Es ist der Friedhof, der direkt ans Hotel grenzt. Da kann ich mir sicher sein, dass es eine ruhige Nacht wird.


Tagesdaten: 105 km/6:55 Std. Zeit in Fahrt/832 m Anstieg und 798m Abstieg.




Mittwoch, den 20.05.2026: Von Mateur nach Tunis


Da auch ich nicht allein vom Fahrradfahren leben kann, gehe ich gestern Abend noch mal in die Stadt, um was zu essen. Auf der Suche nach meinem Hotel hatte ich gestern in dem Restaurant  nach dem Weg gefragt. Also wurde ich schon mit einem „Hallo“ begrüßt. Es werden natürlich Fotos gemacht und auch ich lasse eins machen.

Das Essen, das auf dem Tisch steht, habe ich aber allein verputzt. Nach dem kleinen Spaziergang kann ich auch gut einschlafen.
Heute Morgen um sechs bin ich auch ausgeschlafen. Da ausgeschlafene Menschen die besten Ideen haben, kommt mir der Gedanke, doch gleich nach Tunis zu fahren und nicht in den Vorort Ariane, um mir die Ruinen von Karthago anzuschauen. Da ich am Ende der vierten Etappe ja noch mal nach Tunis komme, um mit der Fähre zurück nach Europa zu schippern. Bei Booking finde ich auch auf Anhieb was Passendes für mich: Chamre, single climatisee am Rande der Medina. Das Navi nimmt die Adresse ohne zu murren und zeigt mir 67km an.

Da ich noch etwas Zeit habe, schnitze ich meinem Gefährten Norwid2 ein Holzbein. Beim Kampf mit den algerischen Straßen hat er ein Stück vom Vorderradständer verloren, welches ich jetzt durch eine Prothese ersetze. So gegen acht Uhr starte ich meine heutige Kurzetappe.

Ein entspanntes Radeln auf plattem Land.

Landwirtschaftlich stark genutztes Land. Ich sehe Olivenplantagen, riesige Getreidefelder.

Hier ist auch noch viel Handarbeit auf den Feldern zu sehen. Da ich nicht zu früh in Tunis sein will, mache ich zwei Pausen, was bei 30 Grad nicht verkehrt ist.

Die Kamele warten auf ihren Schlachter. Auch große Märkte rechts und links der Straße sehe ich, die für ein Verkehrschaos sorgen.

Gegen 14:00 Uhr erreiche ich die blühende Capital City von Tunesien. 

Das Garmin legt eine Punktlandung hin und ich werde schon erwartet.

Mein Zimmer für die nächsten drei Tage mit Gemeinschaftsküche und Bad.

Gleich werde ich mal zum Supermarkt gehen und den Proviant auffüllen.


Tagesdaten: 67 km/4:25 Std. Zeit in Fahrt/219 m Anstieg und 230 m Abstieg.




Donnerstag, den 21.05.2026: Besichtigung der Medina von Tunis


Diese Unterkunft ist ideal für Individualreisende wie mich.
Fawaz, der Eigentümer der Unterkunft Cambre single climatisee  in der Rue des Djebiens 2, 1006 Tunis, ist sehr hilfsbereit und ist immer über WhatsApp erreichbar. Ich kann ihm auf Deutsch schreiben und dank seiner guten Translator-App antwortet er sofort auf Deutsch. Er ist mir auch bei der Schmutzwäsche behilflich, eine Waschmaschine ist vorhanden. Als die Wäsche auf der Leine hängt, beginne ich meine Medina-Tour.


INFO:
Das Stadtbild von Tunis ist geprägt vom starken Kontrast zwischen der orientalischen Altstadt und der europäisch anmutenden Neustadt. Die Altstadt (Medina) wurde im 9. Jahrhundert von den Aghlabiden angelegt. Sie gehört seit 1979 zum UNESCO-Welterbe. Die heute von etwa 20.000 Menschen bewohnte Medina hat eine Ausdehnung von 1500 m × 800 m und zeigt den üblichen Aufbau arabischer Altstädte mit einem unregelmäßigen Netz aus verwinkelten Gassen. Im Zentrum der Medina steht die Ez-Zitouna-Moschee. Rings um die Moschee erstreckt sich das Marktviertel. Traditionell ist jeder der Souks (Marktgassen) einem bestimmten Wirtschaftszweig zugeordnet, z. B. den Parfümhändlern (Souk el Attarine), Schuhhändlern (Souk el Blaghija) oder Stoffhändlern (Souk des Étoffes). Der zentrale Bereich der Souks ist heute stark auf den Tourismus eingestellt, die Marktgassen in den Randbereichen der Medina werden jedoch vornehmlich von den einheimischen Bewohnern frequentiert.
Zuerst möchte ich mir auch die gelassene und ruhige Seite der Medina ansehen.

Hier bin ich in der Möbelstraße

Aber es gibt auch noch die ruhigen Ecken, wo man im Schatten eines riesigen Baumes die Zeitung studieren kann.

Bevor ich in das Gewirr der kleinen Gassen eintauche, schaue ich mir die Kathedrale hl. Vincenz von Paul an.

Menschenmassen schieben sich durch die engen Gassen.

Es gibt so viel zu beobachten, aber alle deine Sinne werden hier angesprochen.

In mitten der Medina steht die Ez-Zitouna Moschee die erst um 14 Uhr öffnet

Najeh, ein junger Mann spricht mich an, woher ich komme. Als ich wie gewohnt auf Englisch antworte aus Germany, fragt er mich , warum ich denn nicht deutsch reden würde. Er spricht gut deutsch und er hat einen Tipp für mich.

Die Dachterrasse von dem man einen Blick auf Tunis und die Medina werfen kann,

Über den Dächern von Tunis

Das Minarett der Ez- Zitouna Moschee

Genug gesehen ich brauche eine Pause


Am Nachmittag gehe ich einkaufen, denn ich koche mir ein Nudelgericht mit frischen Tomaten zwiebeln Oliven usw. Einen Rotwein dazu, das ist ja schon fast perfekt.





Freitag, den 22.05.2026: Besichtigung des Fährhafens mit der Lagunenstadt La Goulette und das Ausgrabungsgelände von Karthago.


Nach dem Frühstück sattle ich mein Norwid und pedale durch die Altstadt bis zum Bab el Bhar (dem Hafentor) und fahre dann auf dem Damm, der mitten durch die Lagune von Tunis bis nach la Goulette führt, zum Fährhafen von Tunis.

Das Hafentor

Da liegt gerade ein Schiff der CTN Tunesia Ferries vor Anker.


Da es von hier einfacher ist, nach Karthago zu kommen, gebe ich mein neues Ziel ins Garmin ein und fahre los. Bei der ersten von 9 Stationen, löst man ein Ticket für 20 Dinar, die Einzeltickets kosten 9 Dinar.


INFO:
Karthago war eine Metropole in Nordafrika nahe dem heutigen Tunis in Tunesien. In der Antike war Karthago über mehrere Jahrhunderte Hauptstadt des Karthagischen Reiches, einer bedeutenden See- und Handelsmacht.
Die Stadt entstand als Gründung der Phönizier. Im 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. kam es zu drei großen „Punischen Kriegen“ zwischen Karthago und der Römischen Republik, die letztlich alle für Rom siegreich verliefen. Nach dem Dritten Karthagisch-römischen Krieg wurde Karthago von den Römern dem Erdboden gleichgemacht und das Karthagische Reich 146 v. Chr. aufgelöst. Es ging im Römischen Reich als Provinz Africa proconsularis auf. Ein römisches Karthago wurde unter Gaius Iulius Caesar im 1. Jahrhundert v. Chr. neu gegründet und stieg bald erneut zu einer bedeutenden Großstadt auf. Erst mit dem Ende der Antike verlor auch dieser Ort seine Bedeutung.
Heute ist Karthago ein Vorort von Tunis. Das archäologische Ausgrabungsgelände von Karthago wurde 1979 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen und ist eine touristische Attraktion.

Die Übersichtstafel. Es ist von Vorteil, mit dem Rad zu kommen, denn die Wege zwischen den einzelnen Stationen sind nicht immer kurz.

Der Strand von Karthago

Das Kulturzentrum von Karthago: Bait al-Hikma

Die Thermen des Antonin, für mich das Sehenswerteste

Mächtige Säulengänge

Das Theater von Kartago

Auf der Straße durch die Lagune geht es wieder zurück zur Altstadt.


Jetzt freue ich mich auf morgen. Aufs Radeln und Landschaften, die an dir vorbeiziehen, bestaunen. Mein Bedarf an Kultur und Besichtigungen ist erst mal gestillt. Auf in den Süden des Landes. 

Tagesdaten: 43 km/2:55 Std. Zeit in Fahrt/151 m Anstieg und 136m Abstieg





Samstag, den 23.05.2026: Vom Tunis bis Hammamet

Mein Vermieter verabschiedet sich von mir, und wenn alles läuft wie geplant, dann sehen wir uns am Ende der vierten Etappe wieder, bevor ich  in die Fähre von Tunis nach Europa steige.

Am Anfang nehme ich noch die Schnellstraße, welche mich raus aus dem Großraum Tunis bringt.
Das ist mir aber zu laut und zu stressig.

Also suche ich mir eine Nebenstrecke, da hat man ab und zu sogar mal beschattete Abschnitte.

Ein gewaltiger Fels mitten im platten Land.


Auf dem Land merkt man den Unterschied zwischen Algerien und Tunesien deutlich. Was direkt auffällt im Stadtbild: Es sind viel mehr Frauen zu sehen, und sie sind meist westlich gekleidet. Die PKW und LKW sind in deutlich besserem Zustand und jüngeren Datums. Die Häuser sind verputzt und oft sogar gestrichen.

Die Teepause halte ich ab im Schatten einer Ölmühle mit Verkaufsraum. Anschließend radele ich vorwiegend Richtung Süden.


Ich bin im Badeort Hammamet und nach kurzer Suche finde ich das Hotel les Zitronniers (Hotel Zitrone, 70 Dinar = 20,59 €). Da ich noch genügend Proviant habe, koche ich draußen auf der Terrasse mein Abendmahl. Morgen möchte ich bis zur Stadt Sousse kommen, ca. 80 km, sagt Tante Google.


Tagesdaten: 82 km/5:25 Std. Zeit in Fahrt/474 m Anstieg und 448 m Abstieg.




Sonntag, den 24.05.2026: Von Hammamet nach Sousse Medina 

Ein hübsches Hotel mit flaire


Das Navigieren ist heute auch sehr einfach. Die C 28, welche durch die Stadt Hammamet führt, geht in die RN1 über, die bis nach Sousse zur Altstadt führt.

Ein Schafs Übergangsweg

Plötzlich ist die RN 1 gesperrt, entweder 1 km zurück und auf der Autobahn weiter, wie der Polizist mir rät, oder rechts einen Umweg über die Dörfer. Ich entscheide mich für Letzteres. Als ich wieder an der nächsten Kreuzung komme, wo ich  auf die RN 1 kann, ist wieder eine Sperrung, aber diesmal winkt der Pit mich durch. Dann sehe ich auch, warum die Straßensperren und das ganze Aufgebot an Polizei und Rettungswagen gebraucht werden.

Ein Straßenrennen für Amateure, so wie ich das sehe. Da bin ich schneller mit Gepäck. Naja, ist ja gut, dass was für den Radsport getan wird. Fahrräder kommen so gut wie gar nicht im öffentlichen Verkehr vor.

Mein Ziel kommt näher.

Les Pyramides, die Festhalle von Sousse.

Die mit einer Stadtmauer umgebene Altstadt von Sousse.

Hotel Paris, welches direkt an der Stadtmauer gelegen ist.

Der lichtdurchflutete Innenhof in der ersten Etage.


Jetzt, nachdem ich den Tagesbericht an Ingo geschickt habe, gehe ich mal auf die Suche nach einem Restaurant.


Tagesdaten: 84 km/5:05 Std. Zeit in Fahrt/295 m Anstieg und 292 m Abstieg.




Montag, den 25.05.2026: Relaxen und schauen, das ist gut für Beine, Geist und Seele.

Das ist der Blick, den ich um sieben Uhr habe, als ich die Holzblenden vor meinem Fenster öffne.


Heute Vormittag möchte ich mal die Medina auf mich wirken lassen. Dafür laufe ich kreuz und quer durch die verwinkelten Gassen. Erst mal hoch bis die Stadtmauer das Ende der Medina anzeigt. Dann lenke ich meine Schritte Richtung Meer, wo die Altstadt endet und sich zum Hafen hin öffnet.


INFO:
Die Medina von Sousse ist ein Stadtviertel in Sousse. Sie wurde 1988 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und ist ein typisches Beispiel für die Architektur der frühen islamischen Jahrhunderte im Maghreb. Zur Medina gehören eine Kasbah, Befestigungsanlagen und die Große Moschee von Sousse. Heute beherbergt die Medina das Archäologische Museum von Sousse.

Haustüren sind für mich etwas Besonderes, sie sagen viel über den aus, der in dem Haus lebt.

Verwinkelte Gassen

Und es läuft immer noch

Die Gassen, die extra für die Touris hergerichtet sind, erkennt man sofort.

Hier gibt es alles

Stiller Protest

Immer an der Stadtmauer entlang.

Bei ihm kaufe auch ich heut mein täglich Brot.

Bevor ich mich in ein Café setze, kaufe ich in der Markthalle noch Tomaten und Zwiebeln ein.

So gelassen und in sich ruhend kann nur eine Katze sein.


Jetzt gehe ich zur Rezeption und buche noch eine Nacht nach. Übermorgen geht es weiter in den Süden.




Dienstag, den 26.05.2026: Letzter Tag in der schönen Stadt Sousse

Da ich gestern erfahren habe, dass es unweit von mir im Magasin Generali (einem Supermarkt) Wein gibt, lasse ich mich nicht zweimal bitten.  Nach dem Einkauf ist Radpflege angesagt. "Wat sinn mud mud sinn."
Danach will ich mir die große Moschee und den Ribat von Sousse anschauen.


INFO:
Große Moschee von Sousse
Sie wurde um 851 von den Aghlabiden unter dem Prinzen Abou el Abbas Mohamed errichtet und mehrfach vergrößert. Die Moschee ist bekannt für ihre gedrungene Minaretts, die sie von einer Festung ähnelt, und ihre militärische Verteidigungsfunktion. Die Moschee ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Medina von Sousse und bietet einen einzigartigen Einblick in die architektonische Geschichte und den islamischen Glauben.

Die große Moschee

Der Innenhof

Der Gebetsraum

Die Festung ,Ribat genannt liegt nur einen Steinwurf entfernt von der Moschee

INFO:
Der Ribat von Sousse. Obwohl die Gelehrten hinsichtlich der Chronologie seines ursprünglichen Baus unterschiedlicher Meinung sind, wurde er höchstwahrscheinlich im 8. Jahrhundert gegründet und im frühen 9. Jahrhundert unter der Dynastie der Aghlabiden in seiner heutigen Form wiederaufgebaut oder fertiggestellt. Obwohl in dieser Zeit in der Region zahlreiche Ribats errichtet wurden, ist der Ribat von Sousse mit Abstand der am besten erhaltene.

Eine gewaltige Festungsanlage.

Um auf den Turm zu kommen, muss man eine enge und stückweise stockdunkle Wendeltreppe hoch.

Oben angekommen, wird man durch einen grandiosen Blick auf die Stadt entschädigt.

Blick auf die Große Moschee

Nach geschaffter Besichtigung beobachte ich, bei einem Kaffee Olé das bunte Treiben.


Morgen geht es die Küste entlang nach Süden.





Mittwoch, den 27.05.2026: Von Sousse nach Chebba/Douira

Jetzt heißt es Abschied nehmen. Es war eine schöne Zeit in Sousse und im Hotel Paris. Auf dem Rückweg kehre ich wieder bei Euch ein.


Sieben Uhr zehn zeigt die Uhr, als ich in den Sattel steige. Es ist auffallend ruhig auf der Straße. Auch sind alle Läden geschlossen. Mal schauen, ob ich das noch herausbekomme, ob die Tunesier heute Feiertag haben. Schafe werden vor der Haustür geschlachtet und die Köpfe werden von den Jungs mit einem Bunsenbrenner gegrillt, bis sie schwarz verkohlt sind. Ist sicher eine Delikatesse.

Vermüllter Olivenhain

So sieht eine gepflegte Olivenplantage aus

Nach 46km mache ich Pause an einem Café


Als ich in der Stadt Chebba ankomme, ist das einzige Hotel geschlossen. Was nun? Ein junger Mann an einem Kiosk, den ich anspreche, sagt mir: In ca. 4,5 km Richtung Nord kommt am Strand ein Campingplatz, und er schenkt mir zwei 1,5-Liter-Flaschen Wasser.

Die Piste ist teilweise sandig

Der Campingplatz ist auch noch geschlossen. Ich komme aber aufs Gelände und koche schon mal, heute ist ein Reisgericht dran. Dazu weiße Bohnen und frische Tomaten. Dann mache ich meine Hausaufgaben, suche Fotos aus und schreibe den Tagesreport. Morgen möchte ich bis zur Stadt Sfax kommen.


Tagesdaten: 93 km/5:30 Std. Zeit in Fahrt/286 m Anstieg und 260 m Abstieg.




Donnerstag, den 28.05.2026, von Chebba bis nach Sfax


Auf dem geschlossenen Campingplatz hat sich gestern und auch heute Morgen, keiner blicken lassen. Die vier Hunde und geschätzt acht Katzen, haben mich gut bewacht.

Viertel nach sechs, das Frühstück ist fertig. Das Zelt habe ich direkt neben dem Tisch aufgestellt. Das Zelt braucht keine Abspannung. Gott sei Dank brauche ich nicht die schmale sandige Piste zurück. Unterhalb zwischen Strand und Campingplatz verläuft eine breite Piste, die im Ort Chebba in die Uferpromenade mündet.

Die ersten Badegäste sind auch schon am Strand.


Ab hier bleibe ich auf der R 82 bis Sfax. Nach 40 km raus aus der Sonne, die erbarmungslos scheint.
Im Schatten sind es 32 Grad. Aber wann ist man als Radfahrer im Schatten, meist nur in den Pausen.
Darum ist die richtige Kleidung bei diesen Temperaturen sehr wichtig. Wollstrümpfe, Radlerhalbschuhe, dünne Radlerhose, kurz, und darüber eine Leggings. Langarm T-Shirt und auf dem Kopf einen nassen Buff und eine Schirmmütze. Um gut gesehen zu werden: eine Warnweste.

Noch winzig, aber man kann sie gut sehen, wenn man nahe rangeht.


Es ist immer noch Olivenland. Seit gestern sind rechts und links der Straße nicht enden wollende Olivenplantagen zu sehen.

Die Weiterverarbeitung der Oliven geschieht auch hier.

Die Medina von Sfax ist auch mit einer Stadtmauer umgeben.

Das Tor zur Medina


Ich hatte mir ein Hotel in der Medina herausgesucht, das war aber ein Griff ins Klo. Unweit von der Medina finde ich das Hotel Thyna. Um 14 Uhr 15 bin ich auf dem Zimmer und wasche als Erstes die Radlerkluft und hänge alles zum Trocknen auf die Leine. Da wieder alle Geschäfte und Restaurants geschlossen haben, muss ich doch mal nachfragen, warum das so ist.

Der gelbe Laden auf dem Foto links ist Sandros Pizzeria, der mir, nachdem ich eine Pizza Tonno verputzt habe, erklärt, dass es am Opferfest liegt. Eid al-Adha heißt es und dauert 2 Tage, also gestern und heute.


Morgen pedale ich immer weiter nach Süden, mal schauen, wie weit ich komme. Das hängt oft ja vom Angebot bei den Übernachtungen ab.


Tagesdaten: 77 km/5:20 Std. Zeit in Fahrt/175 m Anstieg und 172m Abstieg.




Freitag, den 29.05.2026. Heute bin ich 2 Monate auf Achse. Von Sfax bis Skhira

Nach dem typisch tunesischen Frühstück verabschiede ich mich an der Rezeption vom Hotel Thyna. Auch heute gibt es nicht viel zu navigieren, denn ich bleibe auf der N1.

Neubausiedlung. Von Weitem sah es aus wie ein Wohnmobilpark.

Der letzte Rest Wasser, bald wird der Fluss ganz ausgetrocknet sein.


Nach 56 km zelebriere ich meine Teepause an einem Café. Dabei kann ich auch die Trinkflaschen füllen, es ist ein durstiges Wetter und die Landschaft wird auch immer wüstenartiger.

Ortseingang von Skhira, meinem heutigen Ziel. Spannend ist immer, ob das Hotel noch existiert, das man ausgesucht hat.

Das Hotel Larischus liegt, wenn man wie ich in Richtung Gabes fährt, am Ende des Ortes auf der linken Seite. 

Wie sagt man so nett: Das Hotel ist schon etwas in die Jahre gekommen. Der junge Mann an der Rezeption ist dafür sehr aufmerksam und hilft mir mit dem Taschenschleppen in die erste Etage. Er gibt mir später auch einen Tipp, welches der drei Restaurants in der Nähe, ich zum Abendessen nehmen sollte.

Der obligatorische Blick aus dem Fenster nach hinten. Da kann man das Meer sehen.

Auf der N1, die direkt am Hotel vorbeiführt, geht es morgen um sieben weiter nach Gabes. Die Hafenstadt ist mein Ziel für morgen.


Tagesdaten: 86 km/5:15 Std. Zeit in Fahrt/203 m Anstieg und 158m Abstieg





Samstag, den 30.05.2026: Heute Kurztrip von Skhira nach Gabes

Auch heute kurbele ich auf der N1 am Golf von Gabes entlang. Das Meer ist meistens nicht zu sehen, doch ab und zu sehe ich einen schmalen blauen Streifen am Horizont.


INFO:
Golf von Gabès
Der Golf erstreckt sich ungefähr über die Küste von Sfax bis Djerba . Am nördlichen Ende des Golfs liegt die Stadt Gabès. Sowohl Gabès als auch Sfax sind wichtige Häfen am Golf und dienen der Schwamm- und Thunfischfischerei, wobei Gabès das wirtschaftliche und administrative Zentrum darstellt.

Da, wo vor Kurzem noch Wasser geflossen ist, wächst grünes Buschwerk.

Wenn das mal fertiggestellt wird, ist das eine Photovoltaikanlage. Da wundert man sich, warum da nicht mehr von zu sehen ist. Sonne und Platz sind genug da.

So wird hier noch auf dem Land getankt.

Die Ölbäume sind den Dattelpalmen gewichen. In einem Vorort von Gabes stoppe  ich an einem Café und lege eine Pause ein, da ich sonst zu früh da bin. Das Hotel Houda, welches ich mir herausgesucht habe, finde ich auf Anhieb.

Hotel and Coffee Shop Houda ist die genaue Bezeichnung.


Hier checke ich ein für zwei Nächte. Nachdem ich geduscht bin, schreibe ich den Einkaufszettel, denn die Lebensmittel sind fast alle aufgebraucht. Ein Supermarkt ist ums Eck, wo ich alles auf der Liste abhaken kann, bis auf den Wein. Im Hotel scheint das Internet  stabil zu sein, sodass ich die weitere Tour planen kann.


Tagesdaten: 51 km/2:45 Std. Zeit in Fahrt/138 m Anstieg und 161 m Abstieg




Sonntag den 31.05.2026    Ruhe und Erholung bevor es Morgen ins Landesinnere geht


Gestern hat mich meine jüngste Schwester Gabi angerufen und wir haben lange quatschen können. Das geht über WhatsApp kostenlos, wenn das Netz Stabil ist. Auch habe ich noch Wein organisiert die Weinboddel ist gefüllt für die nächsten Tage.
Bei einem Spaziergang, so ganz ohne Bewegung geht es nicht, habe ich noch ein paar Fotos gemacht.

Das sieht schlimmer aus, als es ist. Man muss mitschwimmen im Verkehrsfluss.

Schöner Laden. Alles, was man lose verkaufen kann, gibt es hier in Fässern und Schütten. Zum Beispiel: Zucker, Salz, Mehl, Gewürze, Bohnen, Datteln und so weiter.

Der Basar

Stände

Die Moschee ganz in der Nähe zum Hotel


Mal schauen ob ich gleich Kochen muss, oder ich was zu essen bekomme. Heute endet hier das Opferfest. „Na Gott sei Dank“
Mein Ziel Morgen ist der Berberort Matmata, der durch seine Höhlenwohnungen bekannt ist. Dann begebe ich mich auf die Spuren der Radreise die ich mit Angelika im Mai 2002 unternommen habe.
Ich freue mich darauf.



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