Juni 2024 Madagaskar


Samstag den 01.06.2024   von Moramanga zum Parc National Analamazaotra 27 Km

Gut das ich Gestern so viel im Reiseführer geschmökert habe, sonst wäre ich vielleicht heute an diesen Nationalpark vorbei gefahren. Da es gerade mal 27 Km bis dort sind, habe ich heute Morgen keine Eile.

Um halb neun Uhr steht das Personal vom Hotel Zoara zum Abschiedsfoto bereit.

Die starke Bewölkung gibt der Sonne nur ab und zu die Möglichkeit ein paar Strahlen durch zu senden. Die Landschaft ist nun in ein sattes Grün getaucht und der Bewuchs wird immer dichter. Die Luftfeuchtigkeit beträgt sich über 90%.

Der Schilderwald mit den vielen Hinweisschildern zu den Unterkünften, zeigt an, dass es der Abzweig zum Parc National Analamazaotra ist.

Nach 200 m kommen schon zwei Bungalow Parks. Ich frage in beiden Rezeptionen nach dem Preis und entscheide mich für „Luc Guest House“ der ist um die Hälfte günstiger. Er spricht Englisch und ist mir auf Anhieb sympathisch. Für zwei Nächte im Bungalow bezahle ich 82,000 Ar. (17,-€). Es gibt ein Restaurant und er vermittelt mir Marcel, ein Guide der Morgen eine vierstündige Wanderung durch den Bergregenwald im Nationalpark mit mir machen wird.

Die Bungalowanlage.  Ein Ravenala Baum, der Baum der Reisenden, steht direkt vor meiner Hütte, das passt doch, oder.
Das Bild habe ich später bei meinem Spaziergang gemacht, da hat es schon genieselt.

Mein Bungalow für die kommenden zwei Nächte

Diese im traditionellen Stil und mit natürlichen Materialen erbauten Hütten gefallen mir sehr.

Am Nachmittag spaziere ich zurück zur N2, wo ich an einem Obststand Bananen einkaufe. Morgen Früh um 7Uhr30 kommt mich Marcel abholen zur Wanderung durch den Bergregenwald. Ich bin mal gespannt ob ich die scheuen Indris, die größte heute noch lebende Lemuren Art, zu sehen bekomme.

Tagesdaten: 27 Km / 2 Std. Zeit in Fahrt / 299 m Anstieg und 277 m Abstieg.





Sonntag den 02.06.2024   Wanderung durch den Bergregenwald des Parc National Analamazaotra

Heute hat mein Freund Angelo Conoscenti Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch sende ich auf diesen Weg nach Lobberich.

Der Parc National ist wohl eines der bekanntesten und ältesten Schutzgebiete in Madagaskar. 

Das ursprüngliche Reservat Analamazaotra wurde 1908 als erstes Waldschutzgebiet Madagaskars gegründet, um einen Teil des östlichen Regenwalds zu bewahren. Bei dem auf einer Höhe zwischen 900m und 110m gelegenes, rund 810 ha. großen Areal handelt es sich heute um Sekundärwald. Die einstigen Urwaldriesen haben die Franzosen in den 1930 Jahren abgeholzt. Über die Jahrzehnte hinweg hat sich der Wald regeneriert und besteht nun zu meist aus mittelgroßen Laubbaumarten.
Marcel mein Guide kommt mich um halb acht abholen. Bis zum Parkeingang sind es ca. 2 Km zu Fuß. Die Unkosten: 45.000 Ar macht der Eintritt. Der Guide bekommt für die 4 Std-Tour 80.000 Ar. Meine Hütten- Nachbarin, eine junge Französin, wird von Marcels Sohn betreut und wir gehen zeitweise zusammen.

Ein kleiner See im dichten Regenwald

Marcel, der suchende Blick nach oben

Ein Baumpliz

Aber am Boden findet man zuweilen auch was Interessantes.

Erste Begegnung mit Sifakas, eine mit den Indris verwandte Lemuren Art. Es ist verdammt schwer die Tiere in dem dichten Blätterwerk der Baumwipfel zu sichten.

Dann habe ich ein kräftiges Männchen vor der Linse der mir aber nur seine Rückseite mit Stummelschwanz zeigt. 

Mit einer Körpergröße von ca. 80cm, ist er die größte noch existierende Lemuren Art. Die mit einem plüschigen Fell ausgestatteten Tiere leben in kleinen Familiengruppen, bestehen aus jeweils einem Männchen einem Weibchen und ihrem Nachwuchs.

Das scheint ein Jungtier zu sein.

Wieder eine verwandte Art der Indris

Nach 4 Stunden auf Trampelpfade durch die grüne Hölle hat uns die Straße wieder und wir machen uns auf den Heimweg.

Als wenn sie sich verabschieden wollten, lassen sich noch zwei Lemuren am Waldrand blicken.

Danke Marcel, das war mal eine ganz neue Erfahrung und die Anstrengung hat sich gelohnt. Morgenfrüh steige ich wieder auf mein Norwid und es geht weiter Richtung Indischer Ozean.



Montag den 03.06.2024   vom Parc National Analamazaotra nach Brickaville 113km


Da ich wusste das heute so einige auf mich zu kommt bin ich schon um halb sieben Uhr auf der N2 in Richtung Osten.

Nicht nur ich bin früh auf den Beinen, auch die Holzfäller sind schon fleißig. Alles Handarbeit, die Bäume werden vor Ort fertig bearbeitet, z B. zu viereckigen Balken. Gut das es mittlerweile Waldschutzgebiete gibt, sonst sähe es schlecht aus für Flora und Fauna. Die Menschen leben von der Natur. Wo Holz genug ist, wird gefällt und Holzkohle hergestellt. Wo Wasser im Überfluss ist werden Fische gezüchtet und LKW gewaschen.

Die Wärmende Sonne lässt sich blicken

Am Morgen kann man gut erkennen das die Menschen alle noch Holzkohle oder Holz zum Kochen brauchen, dann hängt in den Tälern und über den Behausungen, der blaue Dunst. Nach der ersten Pause, für die ich schon einen schattigen Platz brauchte, wird nicht nur die Landschaft tropischer, auch die Temperaturen klettern nach Oben und auf der Haut glänzt ein Wasserfilm.

Typisches Wohnhütte hier in der Gegend.

Der Bewuchs wird immer dichter, Bananenstauden wachsen wie Unkraut am Straßenrand und oft fahre ich jetzt wie durch einen grünen Tunnel.

Die Früchte der Tropen. Die Stände quellen förmlich über mit dem Obst und Gemüse was hier geerntet wird. Als Brotaufstrich nutze ich schon seit Tagen Avocados. Mittagspause mache ich heute um 13:00 Uhr in einem Restaurant. Mine Soa Spezial und ein Bier und ich bin gestärkt für die letzten 30 Km. Der Straßenbelag lässt zu wünschen übrig. Mal ist er für er Stückweise gar nicht da oder er weist riesige Löscher auf, wo ich mein Rad darin verstecken könnte. Auf diesem letzten 30 Km fällt mir auf das es laufend auf und ab geht, eigentlich den ganzen Tag schon. Als ich mir die Tagesdaten später ansehe weiß ich auch warum ich so geschafft bin. Ich bin heute Morgen bei einer Höhe von 935m ü. NN gestartet und bin am Ziel nach 8:10 Std Fahrt auf 16m ü NN. Habe aber 1173 m Anstieg bewältigt und 2079m Abstieg gemacht.

Das Hotel Capricorn in Brickaville erreiche ich um 16:40 Uhr. Für 35.000 Ar bekomme ich ein Zimmer und neben an ist gleich die Bank wo ich am Geldautomaten den Bargeldtank auffüllen kann.



Dienstag den 04.06.2024    Von Brickaville nach Toamasina 107 Km

Als ich um 5 Uhr15 aufstehe ist kein Strom da. Der Tag fängt ja gut an denke ich und nehme das warme Wasser, was noch von Gestern Abend in der Thermoskanne war, und schütte mir einen lauwarmen Kaffee auf.  Hätte ja den Beninkocher auspacken können, aber da hatte ich keine Lust zu. Fürs Müsli anzumachen reicht das Wasser auch noch, was solls.
Um sieben Uhr fällt heute der Startschuss für die Tages Tour nach Toamasina. Ortsausgang geht es über die Eisenbahnbrücke die auch von PKW, LKW und Fußgänger genutzt wird.

Die Brücke über spannt den Fluss Rianila
4616

Die Beiden wissen heute Abend auch was sie getan haben. Genau die gleiche Art des Sägens habe ich in Kambodscha gesehen.

Damit ich nicht aus der Übung komme, setzt sich das rauf und runter fort. Die Straße ist zum Teil eine Katastrophe. Loch an Loch da staut sich der Verkehr, weil die Lkws hier nur Schrittgeschwindigkeit fahren können. Meinen heißen Kaffee bekomme ich auch bei der ersten Pause an einem Hotely.

Nach dem die N2 wieder unten im Flachland verläuft sehe ich rechts und links der Straße große Ölpalmen-Plantagen.

Jetzt beginnt die Großstadt mit ihrem Gewimmel von Lastenkarren, Taxis, Fahrradrikschas und Autos. Bei dem durcheinander noch ein Hotelsuchen kommt noch dazu.

Irgendwie klappt das immer und um 16 Uhr bin ich auf meinem Zimmer 103 im Stefen Hotel


Nach ein paar Tagen wieder eine heiße Dusche ist ein Hochgenuss. Ich denke drei Nächte werde ich hier verbringen. Schauen wir mal.

Tagesdaten: 107Km / 8 Std. Zeit in Fahrt / 730 m Anstieg und 721 m Abstieg




Mittwoch den 05.06.2024   Besichtigung von Toamasina ( Tamatave)

Die Stadt Toamasina (Es ist salzig) liegt am Ende der N2 und ist mit Abstand die wichtigste Hafenstadt Madagaskar. Mit ca. 300.000 Einwohner ist sie die zweitgrößte Stadt des Landes und liegt am Indischen Ocean.

Hotel Stephen

Ich habe wiedermal genau das richtige Hotel gefunden. Das Preisleistung Verhältnis stimmt, es liegt zentral und das Wifi ist gut, damit kann mir auch mal einen Film aus der Mediathek anschauen. Ein Super U Markt ist fußläufig zu erreichen und zum Busunternehmen, mit dem Ich die Strecke nach Tana zurückfahren möchte, ist nicht mal einen Kilometer entfernt. Da werde ich morgen mal hingehen. Heute ist Waschen und Reinigen der Ausrüstung angesagt, aber so dass es nicht in Arbeit ausartet. Im Telma Shop lade ich mein Guthaben auf, damit ich auch ohne WiFi ins Internet kann.

Die Menschen genießen den Sonnenschein und die Seeluft

Den Nachmittag verbringe ich am Strand und genieße es, dem Trubel der um mich rum passiert zu beobachten.

Spaziergang am Strand

Blick rüber zum Übersee-Hafen

Rummel

Ich sitze mitten drin und überlege ob ich zum Frisör gehen soll. Soll ich?




Donnerstag den 06.06.2024   Es ist Hannis Geburtstag

Mein Sohn Ingo schreibt mir heute Morgen, ich könnte ruhig mal zum Frisör gehen. Ich frühstücke erst mal, danach kümmere ich mich um die Busfahrt am 30.Juni von Toamasina nach Antananarivo.

In der Nacht hat es geregnet und die Straße steht unter Wasser, als ich mich auf den Weg mache zum Busunternehmen Cotisse.

Dieses Unternehmen habe ich im www gefunden es soll einen guten Service und pünktliche Abfahrzeiten haben. Noch keinen Kilometer zu Fuß ist es bis zum Büro und Bus Terminal von Cotisse.

Das hellgraue Gebäude im Hintergrund (Einfahrt von der Tankstelle) ich bin erst mal vorbeigelaufen.

Frau Lueienne ist kompetent und erklärt mir mit viel Geduld den Ablauf. Mein Fahrrad und Gepäck wird nicht mit dem gleichen Bus transportiert, sondern in einem Gepäckwagen in der Nacht.

Ich buche für den 29.06. abends 20:30 Uhr den Transport vom Fahrrad (20.000Ar) Gepäck wird mit 200Ar pro Kg berechnet.
Ich buche für den 30.06. morgens 7:00 Uhr für mich die Fahrt und bezahle 35.000 Ar

Das ist mein Ticket

Auf dem Weg zurück komme ich an einem Frisör vorbei, gehe rein und lass mir die Haare schneiden. Ich finde der junge Mann hat das gut gemacht.

Mittags haben mir die G&G Kolaczinski aus Süchteln ins Gästebuch geschrieben, ich solle mir die Haare wachsen lassen, zu spät der Zopf ist ab meine Lieben. Die Beiden sind echt treue Leser und sind seit dem Anfang dabei und schreiben mir auch öfters. Wenn die Leser wüsten wie wichtig das für mich ist. Es bedeutet für mich, Ansporn und Motivation und Kontakt zur Heimat und Freunden halten.

Am Nachmittag kaufe ich im U Supermarkt leckere Sachen ein die es Unterwegs nicht gibt.

Die nächsten drei Tage sind Kurztouren also zum Entschleunigen bevor ich dann reif für die Insel bin.
„ Nosy Sainte Marie“




Freitag den 07.06.2024    Von Toamasina nach Mahavelona 62 Km

Von dem Team des Hotel Stephen werde ich herzlich verabschiedet. Wir sehen uns ja noch mal auf meiner Rückreise von Saint Marie kommend, am 28.06 -30.06.2024. Die Übernachtungen habe ich schon reserviert.

Es war schon gut die Etappen, von den Kilometern kurz zu gestalten, denn in der Nacht hat es geregnet und es dauert eine halbe Stunde bis ich aus der Stadt hinaus bin. Die Straßenverhältnisse sind bescheiden aber was solls.

Das was die Männer da im Fluss machen ist ein Knochen Job. Sie holen vom Grund des Flusses Sand hoch und beladen Ihr Boot damit. Dann wird es ans Ufer gebracht und den Sand auf LKW geschaufelt.

Die Straße verläuft nun ein Stück unmittelbar am Indischen Ozean entlang.

Eine Seenplatte

Um genau 13:00 Uhr rolle ich durch den Ort Mahavelona (Foulpointe) und werde wie von Geisterhand zu der, für mich am besten geeigneten Unterkunft geleitet, die „Ala Loge Hotel und Restaurant“ Nach dem ich den Schmutz der Straße, vom Gepäck, Fahrrad, und von mir selber gewaschen habe  mache ich noch einen Spaziergang zum Meer.

Schöner gestalteter Hoteleingang

Einfach nur schön anzuschauen

Am Meer

Zurück in der Stadt setze ich mich an der Hauptstraße trinke ein Bier und lasse das Leben vorbeiziehen und ich bin der Zuschauer.
Um 19:00 Uhr habe ich mich zum Abendessen angemeldet, malschauen was es gibt heute.

Tagesdaten: 62 Km / 4:40 Std. Zeit in Fahrt / 108 m Anstieg und 106 m Abstieg





Samstag den 08.06.2024    Von Mahavelona nach Fenerive 44 Km

Das Abendessen war nicht so der Bringer aber als einziger Gast in einem Hotelkomplex, was will man da erwarten. Ein Gericht auf der Karte wurde angeboten oder Pizza die noch im Karton serviert wurde. Man wird auch ganz schön verwöhnt, wenn man eine Zeitlang aus dem Vollen schöpfen konnte.
Als ich heute morgen mein Norwid durch das Tor auf die Straße schiebe, sind es 8Uhr 15 und die Sonne scheint von einem makellos blauen Himmel herab.

Die Straße ist auch auf dieser Etappe nicht besser geworden, aber immerhin noch eine Straße und um die meisten Löcher kann man mit dem Rad drum herum Fahren.

Eine  von zahlreichen Flussläufen, die aus den Bergen kommen und dem Meer zu streben.

Um die Mittagszeit stehe ich mit dem Rad am Strand von Fenerive. Ein herrlicher Blick auf Meer und Wellen, schön dableiben, ich komme wieder.

Mein Hotel mit Restaurant was schon um die Mittagszeit gut besucht ist.

Im Hotel will ich mir zuerst mal einen Kaffee aufschütten, da merke ich das ich den Adapter im letzten Hotel vergessen habe. Draußen vor dem Hotel steht ein Rikscha Fahrer dem erkläre ich was ich brauche und erfährt mit mir zu einem Verkaufsstand die sowas haben. 15 Minuten später habe ich auch meinen Kaffee. Nach einem Mittagspäuschen mache ich mich auf den Weg zum Strand.

Der Fischer überprüft das Netz

Ich ziehe mir die Schuhe aus und laufe über den Sandstrand und lass mir von den Wellen, die angerollt kommen, die Füße massieren. Irgendwann ist Ende im Gelände und ich muss zur Straße zurück und lande auf einem Schulgelände. Eine Schülerin kann ihr erlerntes Englisch ausprobieren und bringt mich zum Ausgang, wo es zur Strandpromenade geht.

Die Sonne steht schon tief und legt ihr warmes Licht über die Szenerie.

Der Kokosnussverkäufer bedient die letzten Kunden für heute und ich mache mich, nach dem ich noch ein paar Bananen erstanden habe, auf den Rückweg zum Hotel. Ich überlege noch ob ich noch einen Tag bleibe, es gefällt mir ausgesprochen gut. Alles muss ich immer alleine entscheiden. Ich vertage diese Entscheidung auf morgen Früh.

Tagesdaten: 44Km / 3:15 Std. Zeit in Fahrt / 140 m Anstieg und 151m Abstieg.




Sonntag den 09.06.2024   Ruhetagtag in Fenerive
Meine Freundin Ursula Pollmanns feiert heute ihren Geburtstag.

Der Himmel ist strahlend blau und die Sonne scheint. Ein richtiger Sonntag der den Namen auch verdient hat. Mich zieht es ans Meer und zur Strandpromenade.

Ein Denkmal für zwei Popmusiker. Links Jan Fredy und rechts auf dem Sockel Bertram Regis

Ein Gebäude des Kinder Hilfswerk UNICEF wie das Schild und auch die Fahne am Haus zeigen. Meine Fragen: Warum so ein Palast an der Strandpromenade, der von einem Sicherheitsdienst bewacht wird? Was passiert hier?

Ich wandere Richtung Süden weiter direkt am Wasser entlang muss aber nach geraumer Zeit wieder umdrehen, weil ich nicht weiterkomme. Einen Bummel über den Basar mache ich noch bevor ich meine Schritte heimwärts lenke und eine Mittagspause einlege.

Am Nachmittag wandere ich am Strand entlang aber diesmal nach Norden.

Aber auch hier ist irgendwann Ende und ich komme nicht weiter.

Wenn ich die Jungs so spielen sehe fällt mir ein, bald findet ja auch die Europameisterschaft in Deutschland statt.

Auf der Strandpromenade knubbeltes sich, wie der Dülkener sagen würde. Vater Mutter mit Kind und Kegel alle sind sie da. Die jungen Leute flanieren die Strandpromenade entlang wollen sehen und gesehen werden nicht anders als bei uns auch.

Drei Rad-Artisten zeigen was sie Drauf haben.

Ich mache mich langsam auf den Heimweg denn ich habe Hunger und Durst und das ist schlimmer als Heimweh, wie man sagt.
Morgen pedale ich zum ca. 65Km entfernten Ort Soanierana-Ivongo. Von hier legen die Schiffe ab, welche die Insel Sainte Marie anlaufen. Ob ich Morgen noch ein Boot bekomme oder erst Übermorgen das sehe ich dann.



Montag den 10.06.2024     Von Fenerive nach Soaneirana- Ivongo 67Km
Ich schicke Geburtstags Glückwünsche zum Peter Montforts nach Lüttelforst

Heute Morgen kommt kein Saft aus der Leitung, aber auf Stromausfall bin ich mittlerweile gut vorbereitet. Ich nehme das heiße Wasser aus der Thermokanne und schütte mir Kaffee auf. Gerade belade ich mein Fahrrad, da beginnt es zu Tröpfeln. Das hält keine 10 Minuten an, da ist es auch schon wieder trocken. 7Uhr10 pedale ich auf der N5 zur Stadt hinaus.

Wenige Kilometer außerhalb der Stadt, wird der Müll einfach am Straßenrand abgeladen. Keine Lösung auf Dauer und schon gar kein schöner Anblick.

Der von mir schon oft zitierte „Grüne Tunnel“ durch den die Straße verläuft.

Mein Pausenraum

Da ich keinen Tee habe heute Morgen, muss ich zum zweiten Frühstück halt Rotwein trinken.

Die N5, die wesentlich besser in Schuss ist als in den letzten beiden Etappen, führt nun in Sichtweite des Indischen Ozean entlang.

Fluss trifft auf Meer

Immer wieder Postkarten Aussichten bieten sich mir dar.

Es ist gerade 12Uhr mittags, da erreiche ich Ivongo und das Ende der asphaltierten Route National 5 am Fluss Marimbona. Dort sagt man mir das die Boote zur Insel erst Freitag wieder fahren.

Hier vor dem Büro der Speed Boat GASIKARA BE erfahre ich von einem Mitarbeiter das Gleiche. Wegen zu rauer See fährt das erste Boot Freitagmorgen um 8:30Uhr. Er und ein Freund bringen mich noch zum Hotel und schleppen mit mir das Gepäck in den 2 Stock. Das Rad wird vor dem Hotel angekettet und um 21:00 Uhr kommt es ins Restaurant.

Das Zimmer mit Bad ist OK, da kann man nicht meckern (4 Nächte 100.000 Ar) 21,-€

Das Essen ist gut und das Bier unschlagbar günstig. Mine Sao 5.500 Ar / THB  65cl 4.500 Ar. Da werde ich die drei Tage schon um kriegen.

Tagesdaten:  67Km / 5:10 Std. Zeit in Fahrt / 398 m Anstieg und 419 m Abstieg




Dienstag den 11.06.2024    Warten auf Boottransfer und Zeit tot schlagen in Soaneirana – Ivongo

Gestern bekomme ich per WhatsApp die frohe Botschaft, dass Wilma die neue Erdenbürgerin um 9:26 Uhr das Licht der Welt erblickt hat.
Tagesdaten: 50cm groß und 3350 Gramm schwer. Ich gratuliere ganz herzlich den glücklichen Eltern, Julia und Hendrik und der Oma Gabi die so lange auf das erste Enkelkind warten musste.

Wilma und die stolze Oma Gabi

Ich muss mir bis Freitagmorgen die Zeit vertreiben was ich mit Spaziergängen durch den Ort und Wanderungen in der näheren Umgebung versuche. Die Kamera Canon G1X ist immer dabei und so kommt so mancher Schnappschuss zu Stande.

Boote am Strand

Da fühlt sich ein Schwein sauwohl

Schweinerei

Die Männer verladen ein ausgewachsenes Schwein auf eine Fahrradrikscha.

Schiebung

Der Schulbus hat sich festgefahren, da müssen alle mit schieben.

Von meinem Fenster kann ich den Platz überschauen wo die Taxis-Brousses kommen und gehen.

Morgen sind es nur noch 2Tage bis zur Überfahrt.




Mittwoch den 12.06.2024           In Soanierana-Ivongo

Weil ich nichts Besseres zu tun habe, ist heute Morgen intensive Körperpflege angesagt. Gegen 8:00 Uhr ist wieder Strom in der Leitung, so kann ich mir einen halben Eimer heißes Wasser mit dem Wasserkocher machen und mich Rasieren die Haare waschen und mit der Schöpfkelle Duschen. Da fühlt man sich wie neugeboren. Wie mögen es die Menschen in den Hütten machen, die weder fließend Wasser noch Strom haben.

Ein Brunnen im Hüttenviertel

Kinder sind überall auf der Welt neugierig.

Die Neugierde und der Wissensdrang das sind die Motoren welches die Welt am Laufen halten.

Demnächst wird eine Brücke den Fluss Marimbona überspannen, was sicher für viele eine Erleichterung sein wird.
           

Die Fährleute, die in Ihren Pirogen die Menschen über den Fluss bringen, werden dann wohl überflüssig sein.

Übermorgen, so hoffe ich wird mich dieses Boot nach Sainte Marie bringen.




Donnerstag den 13.06go.2024     Morgen hat das Warten ein Ende, inschallah


Ein herrlicher Sonnentag kündigt sich am frühen Morgen mit einem wolkenlosen Himmel an.
Die meiste Zeit verbringe ich heute am Strand aber auf dem Hin und Rückweg komme ich durch das Hüttenviertel welches sogar ein Möbelgeschäft hat.

Abteilung Schlafzimmer

Spazieren bis es nicht mehr weiter geht.

Fischer die ihren Fang aus den Netzen holen.

Ich habe heute Morgen zugeschaut wie ein Fischer versucht hat mit seiner Piroge die Brandung zu überwinden um aufs offene Meer zu kommen. Er musste den Versuch abbrechen, so schnell konnte er gar nicht das Wasser aus dem Boot schaufeln wie es mit der nächsten Welle ins Boot schwappte.

Nach der Mittagspause spielen die Jungs Fußball am Strand. Auf einer Bank sitze ich wie auf der Tribüne und schaue ihnen eine ganze Weile zu.

Bootstour

Ich will hoffen das meine Bootstour Morgen auch so erfolgreich wird. Drück mir mal die Daumen.




Freitag den 14.06.2024   Boot Transfer von Ivongo nach Ambodifotatra der Hauptstadt von Nosy Saint Marie, oder der offizielle Madagassische Namen Nosy Boraha.


Um 6:00 Uhr bin ich wach, zu früh aber ich bin ausgeschlafen. Nach dem Frühstück auf dem Zimmer pack ich meine Sachen und belade mein Rad.

Von dem netten und hilfsbereiten Personal verabschiede ich mich und pedale runter zum Fluss. Schade das die Chefin heute Morgen nicht da sein konnte, das war eine Nette.

Im Ticketbüro von GASIKARA BE stellt man mir den Hin und Retour Fahrschein aus. Die Rückfahrt ist Montag den 24.06. 2024 um 4:00Uhr Morgens. Kosten mit Fahrrad und Gepäck belaufen sich auf 190.000 Ar. Einheimische bezahlen nur die Hälfte, was für mich auch OK ist. 9:00 Uhr soll das Boot ablegen.

Dann heißt es wir nehmen ein anderes Boot.

60 Passagiere und Gepäck ohne Ende. Eine Stunde lang schleppen Träger alles Mögliche an Bord. Von Matratzen, Dachrinnen, Hühner ,Öfen und zum Schluss ein Fahrrad.

Alles an Bord ?

Mein Rad auch, ja dann Leinen los und es ist ja schon 10:45 Uhr.

Die 30 Km lange Überfahrt dauert bei rauer See 2 Std 15 min. Alle sind sie froh als das Schiff, in den Hafen der Stadt, mit dem kaum aussprechbaren Namen, Ambodifotatra, einläuft. Mein Rad und Gepäck kommt ziemlich zu Anfang und so bin ich schnell weg von dem Gedränge.

Ein Mann preist mir seine Bungalows an die in ca. 4 km stehen. Er fährt mit der Vespa vor und ich hinter her. Wir kommen an und ich sehe schon das ist nichts für mich.

Das Handtuch ist schmutzig, geschweige das Bettzeug. Auch sonst ist alles schmutzig und defekt. Um ihm etwas verdienen zu lassen esse ich Spagetti und trink ein Bier, dann mache ich mich auf die Suche nach einer besseren Unterkunft.

Villa Paradis

Die Bungalows schaue ich mir genauer an und treffe auf den Besitzer der gebürtig aus Elsas Lothringen stammt. Man merkt sofort er ist genauso froh mal wieder Deutsch zu reden wie ich. Er macht mir einen fairen Preis. 35 € wäre normal, für mich macht er 30 €. Da schlage ich ein, man gönnt sich ja sonst nichts.

Der Blick ins Innere überzeugt mich direkt. Kühlschrank, WiFi heiße Dusche, Wasserkocher und vieles mehr. Von hieraus werde ich den Süden der Insel erkunden.

Tagesdaten: 10 Km / 1Std Zeit in Fahrt / 23 m Anstieg und 23 m Abstieg / 30 Km und 2:15 Std. Fahrzeit mit dem Schiff.



Samstag den 15.06.2024    Auf dem südlichen Teil der Insel Saint Marie

Das Eröffnungsspiel der Fußball EM 2024 Deutschland gegen Schottland 5:1 habe ich live im Radio verfolgt. Weiter so Jungs, vielleicht gibt es dann auch das viel zitierte Sommermärchen.
Hervorragend habe ich in meinem Himmelbett geschlafen. Das Frühstücken kann ich genießen (immer mit der Ruhe) „Mora Mora“ wie der Madagasse sagt. So gegen Zehn Uhr radele ich Richtung Stadt.  Ich suche den Abzweig von der N21 zum Piraten Friedhof, den ich mir Morgen ansehen möchte. Den finde ich auch und treffe dort auf den Touristen Guide Minous der sehr gut Deutsch spricht. Er sagt mir das ich im Touristen Büro in der Stadt ein Ticket kaufen muss. Wir verabreden uns für morgen um 10:00 und ich besorge das Ticket.

Eine gutgehende Kneipe braucht jede Stadt

Zur Bank muss ich, Geld ziehen und Einkaufen gehen, denn nicht nur der Wein ist alle.  Meinen Rückfahrschein mit dem Boot zurück nach Ivongo, lass ich im Büro vom GASIKARA Be eintragen. 24.06.2024 um 4:00Uhr muss ich am Hafen sein. Deshalb suche ich mir für die letzte Nacht auf der Insel noch einen Bungalow in der Nähe vom Hafen damit ich im Dunkel eine möglichst kurze Strecke zu radeln habe. Aber bis dahin habe ich noch ein paar Tage Zeit. Die Radtasche voll mit leckeren Sachen mache ich mich auf den Heimweg der ca. 3,5 Km ist.

Auf der N 21 die über einen Damm führt.

Die Sonne fehlt

Am Nachmittag fahre ich die N21 weiter die am Flugplatz endet und in eine Piste übergeht. Am Ende der Piste ist die Fährstelle wo die Boote und Pirogen liegen um rüber auf die Insel „ Nosy Nato“ zu kommen.

Könnte man rüber Schwimmen

Südsee Feeling

Nee wat jedet os doch joot.

Tagesdaten: 33 Km /  3 Std  Zeit in Fahrt/ 96m auf und Abstieg



Sonntag den 16.06.2024   Letzter Tag im Paradis Bungalow

Für 10:00 Uhr bin ich mit Guide Minous verabredet der mir den Piratenfriedhof zeigen will.
Die Piraten früherer Jahrhunderte wussten die strategisch günstige Lage der Insel zu schätzen. Erpicht auf reiche Beute, lauerten sie hier im 17. und 18.Jahrhundert den Handelsschiffen auf. Nosy Sainte Marie war zu der Zeit, einer weltweit der größten Piratenstützpunkte. Die Lage und Bedingungen auf der Insel waren ideal für die Piraten. 1702 ging die Blütezeit langsam zu Ende. Zahlreiche Kapitäne kamen und gingen meist Engländer. Als die Kapitäne Thomas White, Edward England und Richard Tayler 1722 die Insel verlassen hatten war das Kapitel endgültig beendet.

Rechts auf dem Bild ist Minous

Der Cimetiere Saint Pierre liegt auf einer Anhöhe. Von hier hat man einen schönen Blick auf die Bucht und die Pirateninsel Ile aux Forbansin mitten der Bucht.

Ein liegender Grabstein mit dem klassischen Piratenzeichen, den Totenschädel mit gekreuzten Knochen und den Blutstropfen.

Ein sehr schön gestalteter Grabstein

Mit der Piroge geht es rüber auf die Pirateninsel von dessen Aussichtsplattform man die ganze Bucht überschauen kann.

Schöner Ausblick von hier oben.

Früher waren die Dämme nicht so konnten die Piratenschiffe in die Bucht segeln. Ein ideales Versteck

Das Kreuz steht in einer Kanonenkugel

Den gleichen Weg geht es zurück, über den Piraten Friedhof, durch die Mangroven bis zur N21

Ohne Minous schaue ich mir die Kirche St. Josef an (erbaut 1857) die leider verschlossen ist. Danach schau ich mir den Friedhof an.

Zurück über die winzige Insel Ilot Madam die durch zwei Dämme mit der Insel verbunden ist. Nachmittag ist schlechtes Wetter so kann ich in Ruhe mein Rad pflegen. Morgen werde ich in den Norden der Insel radeln, die Landschaft soll sehr schön sein. Lassen wir uns mal überraschen.




Montag den 17.06.2024  Vom Paradis-Bungalow zum Nosy- Borah-Holidays-Bungalow im äußersten Nordosten der Insel am Ende der N 21.  44 Km

Die Insel Saint Marie hat eine Fläche von 200 Quadrat Kilometer und etwa 18.000 Einwohner sie ist 53Km lang und mit 1-6 Km Breite relativ schmal.

Kurz vor acht Uhr Abschiedsfoto von Andres Familie und mir.

Es war ein sehr schöner Aufenthalt bei Euch. Der Bungalow ist perfekt und geschmackvoll eingerichtet, hier muss man sich einfach Wohlfühlen und vielleicht komme ich ja noch mal wieder.
Nach einer halben Stunde habe ich die Straße und die Schlaglöcher für mich alleine. Ab und zu rolle ich mit dem Rad sogar noch mal auf einem Stück Asphaltstraße. Im Gegensatz zum Festland wird hier mit vielen Baustellen an der Verbesserung des Zustands der der N21 gearbeitet.

Eine Baustelle nach der Anderen bis zum Ort Lonkintsy

Nach 18.5 Km stehe ich auf der Kaimauer von Lonkintsy.

Immer sieht man kleine Buchten die schöne Foto Motive darstellen.
Ab Lonkintsy ist die Straße viel besser in Schuss aber dafür geht es häufig Steil rauf und runter, was man bei den Tagesdaten sehen kann. Kurz nach dem Leuchtturm und der Ortschaft Ambodiatafana teilt sich die Straße und ich biege rechts ab am Schild Nosy Boah Holiday.  Ein Junger Mann geht mit mir und hilft beim Schieben über sandige Piste und Berg auf und ab, bis die Anlage in Sicht kommt.

Fast geschafft.

Das Restaurant

Mein Bungalow für 3 Nächte

Blick von meiner Terrasse auf die Bucht.

Internet gibt es aber die Chefin sagt mir ich muss den Hügel hoch da wäre Empfang. Ob das klappt?

Tagesdaten:  44 Km / 3:50 Std. Zeit in Fahrt /  495  m Anstieg und 461 m Abstieg .




Dienstag den 18.06.2024        Wanderung bis ans nördliche Ende der Insel

Als erstes nach dem Frühstück erkunde ich die nähere Umgebung, wozu auch der Natur Pool zählt. Dieser ist auch von den Einheimischen mit mehreren Fadys belegt. Da rüber bin ich Gestern von einem Fady-Wächter am Abzweig zur Bungalow Anlage belehrt und um 30.000 Ar (6€) erleichtert worden. Die Fadys: Der Pool mit Strand darf nur Barfuß betreten werden und motorisierten Fahrzeuge sind verboten. Frauen welche die Tage haben, dürfen nicht schwimmen gehen und striktes Alkoholverbot herrscht am Strand.

Der Natur Pool

Ein einsamer Angler

So gegen neun Uhr beginne ich die Wanderung die Küste entlang bis zum nördlichsten Punkt der Insel Sainte Marie.

Eine der zahlreichen Bachläufe die ins Meer münden.

Meist führt der Weg oberhalb vom Strand entlang. Um an den Strand zu gelangen muss man durchs dichte Unterholz.

Aber die Mühe lohnt sich immer wieder.

Nach drei Stunden wandern bin ich wieder zurück.

In der Unterkunft koche ich mir ein Reisgericht. Finanziell lohnt das Kochen nicht, weil das Essen so preiswert ist. Da ich den Proviant dabeihabe, brauche ich ihn auch jetzt auf.

Nach einem Stündchen Sonnenbaden laufe ich mal zum Dorf Ambodiatafana aber im Hüttendorf ist gar nichts los. So gehe ich wieder am Natur Pool entlang zurück. Heute Abend gibt es gegrillten Fisch zum Abendessen, da freue ich mich drauf.



Mittwoch den 19.06.2024.    Letzter Tag am schönen Nördlichen Ende der Insel

Mein Abendessen toter Fisch mit Pommes rot weiß, war echt lecker.

Heute wollte ich die Füße stillhalten aber mir kam noch ein Umzug dazwischen.

In meinem Badezimmer, am Waschbecken und in der Toilette kommt kein Wasser. Zu dem läuft das Duschwasser nicht ab. Ich zieh einen Bungalow weiter, ist ja nur noch eine Nacht.

Hier funktioniert alles.

Da ich doch ein wenig Bewegung brauche, wandere ich Barfuß die Küste entlang, bis mir ein Fels den Weg versperrt.


Hier treffe ich auch den einsamen Angler von Gestern wieder. Er hat nur eine Angelschnur mit einem Gewicht dran, damit er die Schnur raus ins Meer schleudern kann. Vom Meer gehe ich jetzt in einem großen Bogen zu meinem Internet Hügel wo ich meist, mit etwas Glück, Empfang habe.

Hier oben steht auch die Stromversorgung der Bungalow-Anlage. Sie wird mit Solar und Windkraft betrieben.

Morgen werde ich wieder Richtung Süden pedalen. Ob ich noch einen Zwischenstopp einlege und an einem schönen Platz noch mal Übernachte, oder ob ich direkt zur kleinen Insel Nato, an der Südspitze Sainte Marie durchfahre, das entscheide ich Morgen.





Donnerstag den 20.06.2024    Vom äußersten Norden in den tiefsten Süden. 52 Km

Für sechs Uhr hatte ich den Wecker gestellt doch ich war schon vorher wach. An die tosende Brandung muss man sich auch erst mal gewöhnen. Wenn die Brandung so laut und intensiv ist, hat es auch etwas Bedrohliches an sich.
Michael hatte mir zu gesagt, um acht Uhr mir zu helfen das Gepäck und das Rad den WiFi Hügel hoch zu bringen. Vorher machen wir noch Abschiedsbilder.

Michael, seine Frau ist verstorben, mit seinem Sohn und Schwester Natalia

Die Drei habe ich in mein Herz geschlossen.

Um viertel nach Acht haben wir die N 21 erreicht wo ich wieder Pedalen kann, vorher entlohne ich Michael und verabschiede mich von ihm. Die Strecke zurück ist die Gleiche wie hin, es gibt nur diese eine Straße.

Ein Bootsbauer bei der Arbeit

Er hat den Baum dort gefällt und den Stamm schon so bearbeitet das er die Form einer die Piroge hat. Nur noch die Wandstärke muss noch dünner werden.

Der Baum der Reisenden

Pause nach 31 Km an einem ruhigen Platz am Strand.

Die Strecke von Longkinsy bis zur Inselhauptstadt ist in einem sehr schlechten Zustand und wird jetzt erneuert. Eine Baustelle nach der Anderen, eine staubige Angelegenheit. So bin ich froh als ich kurz nach 12 Uhr Ambodifotatra erreiche. Zum Bäcker gehe ich und im Supermarkt bin ich der letzte Kunde bevor sie in die Mittagspause gehen. Ich Kurbel weiter bis die N21 am Flugplatz endet. Ich habe Hunger stelle ich fest, als ich das Restaurant Kalangita sehe und sein einladend gestaltetes Innere. Ich bestelle mir einen Salat, mit Früchten des Meeres an Gerstenkaltschale. Da sie auch Bungalows vermieten schaue ich mir diese an.

Blick auf das Meer von der Terrasse

Das Innere meines Gemachs für zwei Nächte.

Ich habe einstimmig beschlossen hier zu Übernachten und Morgen die Insel  Nosy Nato (Ile aux Nattes) zu Fuß zu erkunden da es auf dem winzigen Eiland keine Straßen gibt.

Tagesdaten: 52 Km / 4:50 Std. Zeit in Fahrt / 429 m Anstieg und 448 m Abstieg.




Freitag den 21.06.2024    Besichtigung von Nosy Nato ( Ile aux Nattes) und letzter Tag auf Sainte Marie wie sich später herausstellen wird.

Ein Morgen wie im Bilderbuch und super Wetter zum Besichtigen des Eiland Nosy Nato. Eine Insel vor der Insel so steht es in meinem Reiseführer.

Mit einer Piroge bringt mich Angelio zur nur einen Steinwurf entfernten Insel. Wir machen aus Hin und Retour 10.000 Ar.

Angelio schreibt seinen Namen in mein Tagebuch und meint er würde mich schon sehen, wenn ich wieder zurück möchte.

Einmal im Uhrzeigersinn um die Insel möchte ich gehen.

Tipp: Wer mit dem Rad auf der Insel ankommt rechts herum gehen, da kommen bald die ersten vernünftigen Unterkünfte. Es war eine gute Entscheidung ohne Fahrrad die Insel zu besichtigen, weil es hier nur schmale Trampelpfade und keine Straßen gibt.

Postkarten Motive Überall auf dem Eiland.

Am Strand im Süden der Insel

Nach 4 Stunden bin ich wieder in der Unterkunft.

Ich gehe schwimmen im Meer und als ich vom Duschen komme sehe ich die E-Mail von Gasikara Be.
Der Termin für die Überfahrt am 24.06. ist annulliert, wegen Schlechtwetterwarnung letzte Möglichkeit einer Überfahrt nach Ivongo ist Morgen. Ich antworte direkt, ich komme um 5 pm zum Büro. Gepackt habe ich schnell, verabschiede mich von meinen Gastgebern und kurbel zum Hafen.

5 Minuten vor 17.00 Uhr treffe ich zeitgleich mit dem Mitarbeiter der Gasikara Be ein. Er trägt mich in die Liste ein und meint bis Morgen um 4Uhr.

Ich radle zum Hotel und Restaurant wo ich für die letzte Nacht vor der Überfahrt mich schon mal angemeldet hatte. Beim Warten auf das Abendessen ruft Ingo an. Es tut einfach so gut eine vertraute Stimme zu hören und sich zu unterhalten.
Immer wieder Planänderungen und Probleme die gelöst werden müssen, das ist der Reiz am Reisen, oder das Salz in der Suppe, wie man sagt.




Samstag den 22.06.2024    Von Ambodifotatra auf Sainte Marie nach Soanierana – Ivongo  31 Km  mit dem Schiff in 1:50 Std.  und weiter auf der RN 5 nach Fenerife.

Den Wecker habe ich für 2:30 Uhr gestellt. Ist mir egal wie Früh es ist, Kaffee und Müsli sollten drin sein. Um 4:00 Uhr bin ich am Hafen. Von dort laufen heute zwei Boote aus. Als ich das Boot von Gasikara Be ausgemacht habe, gebe ich das Gepäck auf.

Das Velo kommt immer erst zum Schluss an Bord, wenn alle Passagiere zugestiegen sind. Das Boot war schon eine Klasse besser als auf der Hinreise. Vom Platzangebot bei den Sitzen und bis hin zu den Schwimmwesten. Nach knapp zwei Stunden sind wir in Ivongo. Der Kampf ums Gepäck geht an mich, da meine Sachen alle gelb sind, und so das Personal weiß, die sind für den verrückten Velofahrer. So hängen bald alle Packtaschen am Rad und ich kann los. Auf der RN5 geht es im leichten Nieselregen Richtung Venerive meinem heutigen Ziel. Noch bin ich noch nicht aus Ivongo raus, da scheint schon die Sonne.

Wieder auf der RN 5

Die zahlreichen kleinen Siedlungen am Straßenrand

Hier wächst Bambus die 15-20 cm Durchmesser haben

Da hat sich wohl einer vermessen von den Brückenbauern.

15 Minuten nach dem ich den Fluss überquert habe stehe ich vor dem Hotel La Noyau

In dem Hotel habe ich auch auf der Hinfahrt genächtigt.

Einfach aber sauber und stabiles WiFi. Unschlagbar vom Preis 7.05 € und auch wichtig ein gutes Restaurant. Hier werde ich morgen auch noch den Sonntag verbringen.

Tagesdaten: 67 Km / 5:10 Std. Zeit in Fahrt / 397m Anstieg und 381m Abstieg.





Sonntag den 23.06.2024    Regentag in Fenerivo

Das habe ich auf dieser Radreise durch Madagaskar auch noch nicht gehabt, einen mehr oder weniger ganzen Tag Regen. In der Nacht trommelte der Regen auf das Vordach von der Terrasse aber am Morgen war es dann wieder Trocken. Nach dem Frühstück reinige ich mein Rad und sehe das eine Befestigungsschraube vom Schutzblech verloren gegangen ist. Ich schau mal ob ich sowas in der Stadt auftreiben kann. Eine ähnliche Schraube finde ich aber die Bohrung ist zu klein.

Alles was auf meinem Zettel steht kann ich besorgen: Zucker, Bananen, Joghurt, Tomaten und Brot.

Ein Schläfchen in ihrem Laden zwischen Bananen und Rambtan (verwandt mit der Litschi Frucht)

Dann gegen 11:00 Uhr kommt aber ein richtiger Regenschauer runter und ich stelle mich unter ein Vordach und warte den ärgsten Schauer ab. In einer Regenpause schaue ich das ich ins Hotel komme.

Blick von meiner Terrasse.

Der Regen hält den ganzen Nachmittag an. Ich repariere die Befestigung vom Schutzblech. Ein Haken von der Hinterradtasche ist angebrochen den ich kleben kann, die Tasche muss aber ab jetzt mit einem Zurrband gesichert werden.

Morgen möchte ich nach Mahavelona (Foulpointe) radeln. Dort gib es, wie es im Reiseführer steht, einen der schönsten Strände an der Ostküste. Mal schauen was das Wetter macht. Heute Abend verfolge ich das Spiel Deutschland – Schweiz im Internetradio WDR Event. Ich tipp auf Sieg 2:1.



Montag den 24.06.1924   Von Fenerive nach  Mahavelona (Foulpointe) 44 Km

Ich gratuliere allen die heute Geburtstag haben, wie Lionel Messi 1987/ Christine Neubauer 1962 / Mick Fleetwood 1947 /

Nach dem gestrigen Regentag war ich gespannt auf den heutigen Morgen. Ein wolkenloser strahlendblauer Himmel begrüßt mich zum Start der Kurzetappe nach Foulpointe.

Die Schlaglöcher sind gut mit Wasser gefüllt. Um die meisten kann ich ja mit dem Velo herumfahren aber bei manchen hole ich mir auch nasse Füße.

Die Sandproduzenten am Werk

Eine gute Körperpflege fördert das Wohlbefinden und die Gesundheit.

Der Ort Foulpointe ist erreicht.

Schon am Ziel für heute

Die 44 km sind schnell runter gespult und das Ziel kommt schon in Sicht. Das Hotel und Restaurant Lagon ist schnell gefunden und ich miete erst mal für zwei Nächte einen Bungalow, für 80.000 Ar pro Nacht. Die Bungalows  sind sehr schön um einem Teich gruppiert.

Der Strand ist nur einen Steinwurf entfernt.

An meinem Bungalow kann ich meine Nachrichten auf dem Smartphon checken. Es ist einfach fantastisch wie viele liebe Menschen heute an mich gedacht haben. Sie haben mir Glückwünsche ins Gästebuch geschrieben, Nachrichten auf WhatsApp gesendet, E-Mails geschickt und sogar angerufen. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken.
Jetzt gehe ich ins Restaurant Lagon und werde auf Euch alle anstoßen.

Tagesdaten: 44Km / 3:10 Std. Zeit in Fahrt / 122 m Anstieg und 201m Abstieg




Dienstag den 25.06. 2024    Erkundung  Stadt und Strand von Mahavelona (Foulpointe)

Zuerst gehe ich links den Strand entlang Richtung Norden. Da Ebbe ist als ich losgehe komme ich trockenen Fußes bis zum Hafen, wo nur drei Boote liegen, die mir seetüchtig erscheinen, der Rest verrostet oder verrottet vor sich hin.


Das vorgelagerte Riff bricht die mächtigen Wellen des Indischen Ozean und hält die Haie ab, so dass man hier unbeschwert schwimmen kann. Bei Ebbe kann man nur planschen zum Schwimmen ist das Wasser dann zu flach.

Die Fischer nutzen die Zeit der Ebbe intensiv.

In Richtung Norden den Strand entlang, bin ich schnell ausgelaufen und so mache ich kehrt um.

Richtung Süden kann man noch kilometerweit den weißen Strand entlanglaufen.

Das schützende Riff ist hier sehr nah

Auf dem Rückweg Richtung Stadt sehe ich einen Transporter mit deutscher Aufschrift. Viele LKW und Kleintransporter aus Europa erleben hier ihren zweiten Frühling und werden genutzt bis sie auseinanderfallen.

Auf dem Fußballplatz wird gerade ein Tuner ausgetragen und ich glaube die wären froh wenn sie so einen Rasen wie der in Frankfurt hätten.

Zurück in der Bungalowanlage

Jetzt sitze ich vor der Hütte trink Kaffee und bekomme unerwarteten Besuch.

Morgen werde ich die ca. 60 Km zurück nach Toamasina ( Tamatave) radeln und mal wieder rein in die Komfortzone des Stefhen Hotel, welche ich schonmal genossen habe.




Mittwoch den 26.06.2024   Heute ist Unabhängigkeitstag ein Feiertag in Madagaskar
Von Mahavelona (Foulpointe) nach Toamasina (Tamatave) 62 Km

Als ich heute Morgen die Nase zur Tür hinaus stecke, sehe ich schon, dat jef en Siep hüt. (das gibt einen Tag mit Dauerregen). Es regnet schon bei der Abfahrt und hört auch nicht mehr auf, bis auf ein paar kurze Regenpausen. Das richtige Raddress habe ich gewählt wie sich bald rausstellt: Unterhose, dreiviertel lange Leggins, Radsandalen, Kurzarm T-Shirt, Regenjacke dünn und eine Schirmmütze. Ich muss noch mal daran erinnern, hier auf der südlichen Erdhalbkugel ist jetzt Winter. Es ist aber nicht kalt dabei.

Heute ist extrem wenig Verkehr, ich denke mal das liegt am Nationalfeiertag den die Madagassen heute begehen. Aus jeder noch so kleinen Behausung hört man meist, zu laute Musik. Sonst ist der Küstenstreifen geprägt vom Plantagenanbau. Hier wächst vieles an Gewürzen und exotischen Früchten die zu uns nach Europa kommen. Madagaskar ist neben Südafrika der wichtigster Litschi Produzent Afrikas.

Notre Dame De La Route

Die Missionare haben in Madagaskar ganze Arbeit geleistet.

Hier ist kein vorgelagertes schützendes Riff.

Als ich das Foto machen will streikt die Kamera. Objektiv Fehler zeigt das Display an. Ich hole die Ersatzkamera heraus und schieße das Foto, was ich machen kann, weil für ein paar Minuten der Regen pausiert.

Da ich keine Pause eingelegt habe erreiche ich das Stephen Hotel um die Mittagszeit. Mein Zimmer 103, welche ich beim letzten Besuch hatte, ist leider belegt, aber direkt daneben kann ich 104 beziehen. Für eine Stunde ist es trocken und die Sonne lässt sich auch mal blicken. Doch dann regnet es erneut Bindfäden.

Landunter vor dem Hotel. Blick von meiner Terrasse aus.

So, den ersten komplett verregneten Radtag auf Madagaskar habe ich jetzt hinter mir. Jetzt gehe ich essen denn ich habe Hunger wie ein Wolf, ne besser wie zwei Wölfe.

Tagesdaten: 62 Km / 4:40 Std Zeit in Fahrt / 91 m Anstieg und 108 Abstieg




Donnerstag den 27.06. 2024    Bis zum 30.06. bin ich noch in Tomasina

Das Wetter ist nicht wirklich besser geworden, aber die Tendenz geht langsam zum schönen Wetter hin. Von dem Zimmer Nr. 104 bin ich nicht begeistert, ein durchgelegenes Bett und kein Tropfen warmes Wasser kommt aus der Leitung. Der Herr an der Rezeption zeigt mir Zimmer Nr. 106. Das Dreibettzimmer ist größer und heller, was mir zusagt, also ich ziehe um. Nach dem Frühstück berechne ich grob den Bargeldbedarf für den Zeitraum bis zum Ende der Tour am 04.07.2024. Nach dem ich bei der Bank ein paar Hunderttausend abgehoben und wieder ein paar tausend im Supermarkt ausgelegt habe, gehe ich runter zum Strand und soweit wie es geht ins Hafengelände hinein.

So sehen die Nebenstraßen der Großstadt Tamatave zurzeit aus

Tradition und Moderne

Kleine Boote große Pötte

Hier geht es nicht weiter, aber ich finde einen Trampelpfad und eine Lücke im Zaun und schon bin ich auf dem Gelände des Jachtklubs und wieder auf der ehemaligen Uferpromenade, ansonsten hätte ich den gleichen Weg zurückgemusst.

Der Eingang zum Rummelplatz

Ein schönes Foto Motiv

Kaum zu glauben das ist ein Baugerüst

Heute Abend esse ich auf dem Zimmer, frische Avocados habe ich zum Brotaufstrich hergerichtet. Gutes Brot, Camembert und Salami und dazu ein paar Spiegeleier, ist mal eine Abwechslung.




Freitag den 28.06.2024     Vorletzter Tag in Toamasina ( Tamatave)

Durch den frühzeitigen Bootstransfer von Sainte Marie nach Ivongo, wegen Schlechtwetterwarnung, muss ich jetzt hier die Tage verbringen. Gerne hätte ich die zwei Tage am Strand von Foulpointe im Hotel Lagon verbracht, aber bei Dauerregen bin ich hier in der Großstadt besser aufgehoben.

Heute möchte ich mir das Musée de Toamasina anschauen. Nach dem Frühstück, es regnet es noch, erledige ich noch einige Dinge. Der Unterkunft in Antananarivo, das Hotel La Ribaudiere schicke ich eine E-Mail das ich am 30.06.- 04.07. bei ihnen Übernachten werde. Reserviert hatte ich schon für den 02.07.- 04.07.

Ein Park mit eindrucksvollen Banyan-Bäumen gegenüber vom Museum

Kurz vor Mittag ist es einigermaßen trocken und ich mache mich auf den Weg zum Museum. Das hat schon geschlossen und öffnet wieder um 14:00 Uhr. Ich geh ins La Terrasse, Restaurant und Treffpunkt von interessanten Menschen oder die sich dafür halten. Ich such mir einen Platz auf der Terrasse von wo ich die Übersicht habe und bestelle mir was zum Essen und ein Bier. Hier sitzen viele ältere Herren und noch mehr junge hübsche Frauen, wo mache Modeagentur froh wäre, sowas unter Vertrag zu haben. Auf dem Gehweg vor dem Lokal wird von fliegenden Händlern alles angeboten was man so als Tourist so braucht, angefangen mit gestickten Decken, Schleuder, Springmessern, Schmuck, Viagra und T-Shirts.

Das Museum ist in einem sehr schönen Haus untergebracht

Es ist 14Uhr15 und ich stehe wieder vor verschlossenen Türen. Gerade will ich schon gehen da kommt der Museumswärter.

Ich bin der einzige Besucher und bekomme eine private Führung. Musikinstrumente und Gebrauchsgegenstände sind hier ausgestellt.

Die Galerie gefällt mir noch am Besten

Geheimnisvolle Dame

Mutter mit Kind

Die Titel habe ich den Bildern gegeben.

Nach dem ich einen Obolus in die Tipp- Box gesteckt, verabschiede ich mich vom hilfsbereiten Museumswärter. Ein Rikscha Fahrer will mich für 25,000 Ar mir die Stadt zeigen. Ich sage 10,000 Ar und er sagt Ok. Die meisten geben sicher nur 5.000 Ar (1€)

Barrierefrei sieht anders aus.

Er ist mit mir eine Stunde durch die Stadt gefahren, vom Hafen bis Bahnhof, zur Kirche und zu einem Park aber was wirklich Sehenswertes, Fehlanzeige.

Morgen Nachmittag fahre ich zu Fa. Cortisse Transporte und gebe mein Fahrrad und Gepäck auf, welches in der Nacht nach Tana transportiert wird. Am Sonntag um 7:00 fahre ich dann, in ca. 9-11 Stunden wie man mir sagt, nach Tana wie der Madagasse seine Hauptstadt liebevoll nennt.




Samstag den 29.06.2024   Letzter Tag in Toamasina

Die Pfützen-Kreuzung ist fast trocken

Das Wetter hat sich gebessert, wie man auf dem Foto gut sehen kann. Gestern war hier noch eine Seenlandschaft. Da ich ja irgendwie die Zeit um kriegen muss, gehe ich zu Fuß zur Fa. Cotesse wofür ich 20 Minuten brauche.  Dort erkundige ich mich ob alles so bleibt wie wir es am 06.06 besprochen haben.

Der Gepäcktransporter wird gerade entladen die Vespa wurde auch damit transportiert, mein Fahrrad und mein Gepäck kann ich heute um 4 pm bringen.

Ich gehe noch ein Stück die Uferpromenade entlang, die von mehreren Zyklonen in den letzten Jahren verwüstet wurde.
Der Wiederaufbau ist noch im Gange.

Ein Teilstück ist schon fertig, sowie der riesige Springbrunnen.


Das Bild sieht man immer öfter, ob es Kinder sind oder Erwachsene das ist keine gute Entwicklung.

Mittagspause mache ich im Hotel. Anschließend packe meine Radtaschen nur das was ich noch unbedingt brauche kommt in den Rucksack und in die Fototasche.
Der nette Herr von der Rezeption ruft im Hotel La Baudiere in Tana an und reserviert noch mal für mich, obwohl ich das schon per E-Mail gemacht habe, aber noch keine Bestätigung bekommen habe.

Um 16:00 Uhr stehe ich bei Fa. COTISSE auf der Matte. Das Gepäck wird gewogen und das Rad vermessen. Dabei kommt heraus: Der Transport vom Rad kostet 31,000 Ar. Die sechs Gepäckstücke nur 4.000 Ar. Mit den Kosten für meinen Transport, komme ich auf 70.000 Ar. = 14,60 €  für eine Strecke von ca. 360 Km. Unschlagbar günstig, und das ist die Luxus Variante die Überland-Taxen kosten nur einen Bruchteil davon. Als ich zum Hotel zurück will beginnt es zu regnen. Da lasse ich einen Rikscha Fahrer was verdienen und er bringt mich zum Hotel.

Ob das jetzt ein Zeichen ist wie damals bei Noa, das wage ich zu bezweifeln. Auf jeden Fall ist in Antananarivo schönes Wetter, sagt der Wetterdienst. Schauen wir Mal




Sonntag den 30.06.2024    Der letzte Tag im Monat und der Letzte in Toamasina (Tamatave)

Um 5:15 a.m stehe ich auf Frühstücke und verabschiede mich kurz vor sechs von der netten Dame an der Rezeption. Ein wenig müde bin ich noch vom späten Fußball hören bei WDR - Event. Deutschland: Dänemark 2:0

Dabei fallen mir die Sprüche auf die an der Wand stehen.

„Sei wie ein Baum, verändere deine Blätter und behalte deine Wurzeln“
„Ändere deine Ideen und behalte deine Prinzipien“

Als ich mich zu Fuß auf den Weg mache sehe ich in einen wolkenlosen Himmel

Eine viertel Stunde später stehe ich bei CRTISSE  an der Rezeption und erfahre das mein Rad heute Morgen schon in Tana angekommen ist und mein Gepäck gerade verladen wird.

Der Mercedes Sprinter wird beladen.

Gut 20 Minuten braucht der Transporter, um durch das Gewirr von Dreiradtaxen, Rikscha-Fahrrädern, Fußgängern, LKW und PKW die Großstadt zu verlassen.

Der Fahrer, daneben Sitz 1 und ich auf Sitz 2. 

TIPP: Der Sitz 2 ist der beste im Transporter mit der meisten Beinfreiheit und der besten Sicht. 

Nach 107 Km und vier Stunden Fahrt erreichen wir die Stadt Brickaville. Ich habe für die Strecke auf der Hinfahrt 8 Stunden gebracht. Da stehe ist doch nicht schlecht im Vergleich mit 1 MS (Menschenkraft) gegen 160 PS (Pferdestärken).

Eine halbe Stunde Mittagspause an einem Hotely gönnt unser Fahrer.

Viel Verkehr auf dieser Haupttransitstrecke von der Hafenstadt Tamatave ins Landesinnere. In Tamatave befindet sich auch die einzige Raffinerie des Landes. Ganz Madagaskar wird von Tamatave mit Treibstoff versorgt.

Langsam setzt die Dämmerung ein

Unser Fahrer macht dem Namen unseres Wagens, SPRINTER, alle Ehre macht. Die vorderen Sitze sind also nichts für schwache Nerven. Bis lang hatte ich auf meiner Radreise noch keine Unfälle gesehen, heute gleich vier Schlimme. Um sechs Uhr ist es zappe duster und es fahren immer noch welche ohne Licht durch die Gegend. Ich bin froh als wir die Hauptstadt Tana erreichen.

Tagesdaten mit dem Sprinter: 351 Km / 11:45 Std. Zeit in Fahrt / 3358m Anstieg und 2226m Abstieg

Wenn man mit dem Wagen die Stecke fährt, kann man selber kaum glauben, dass man die Berge mit dem Velo in 23:15 Stunden rauf und runter gekurbelt ist.

Um 19:25 stehen wir auf dem Busbahnhof von Tana. Rad abholen, beladen und los ich will ins Hotel. Auf Google hatte ich schon Gestern gesehen, das mein Hotel nur 4 Km vom Busbahnhof entfernt liegt. Ich spreche einen Taxifahrer an, der mich für 20.000 Ar durch die Stadt lotsen will. Ich feilsche nicht lange und schlag ein.  Das Gepäck in den Kofferraum und es kann losgehen. Er fährt vor und ich düse hinter her.  Am Hotel kommt einer vom Sicherheitsdienst und hilft mir mit dem Gepäck. Ich bekomme Zimmer Nr.8, weil Zimmer Nr. 1 noch belegt ist. Alles andere regeln wir Morgen jetzt muss ich erst mal zur Ruhe kommen nach dem Tag. Das Spiel Spanien gegen Georgien höre ich mir im WDR Event an und langsam merke ich das ich müde werde.