Januar 2018 Äthiopien






Donnerstag den 11.01. und Freitag den 12.01.2018

Der lang ersehnte Tag ist da und ich bin froh dem trüben Wetter zu entfliehen. Um 15:00 Uhr ist so weit, das Rad ist sicher im Karton (167x93x25) verpackt und die Radtaschen sind in zwei Seesäcken verstaut. Meine Schwester Angelika fährt mich zum Flughafen Düsseldorf. Drei Stunden vorher sollte man am Check-in sein. Heute hätten anderthalb Stunden auch gereicht da nichts los ist am Abfertigungsschalter.

Nach dem Motto und um es mit den Worten von Johann Wolfgang von Goethe zu sagen “ Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen“ geht es wieder in mehrere fremde Länder

Den Kegelkönig konnte ich beim letzten Kegel erobern und ist auch dieses Jahr mit von der Partie.

Nach dem ich noch den Fahrradtransport bezahlt habe (100,-€) trinken wir noch einen Kaffee zusammen und verabschieden uns. 18:20Uhr ist Boarding Time und um neunzehn Uhr hebt die A320 der Lufthansa ab, um genau nach einer halben Stunde Flugzeit in Frankfurt am Main zu landen. Hier ist noch Zeit um ein Paar Frankfurter mit Kartoffelsalat und ein dunkles Hefeweizen zu genießen. Der Flug mit dem Airbus 350 Frankfurt/ Addis Abeba (5406 Km Luftlinie) startet um 21:30Uhr pünktlich. Der Flug verläuft ohne Turbulenzen und nach sechseinhalb Stunden Flugzeit setzt der Pilot der Ethiopian Airlines die Maschine sicher auf die Landebahn der Hauptstadt Addie Ababa. Ortszeit ist sechs Uhr morgens, zwei Stunden vor der deutschen Zeit. Drei Stunden später verlasse ich den Airport und mache mich auf die Such nach einer Unterkunft in der Altstadt.

Addis Abeba begrüßt seine Besucher

Es fällt mir schwer mit dem bepacken Rad zu fahren. Die Stadt liegt auf 2500m über dem Meeresspiegel die Luft ist dünn und die alten Autos blasen mir die schwarzen Rußwolken ins Gesicht. Ich glaube die Äthiopier lachen sich kaputt über unseren Diesel Skandal und können das nicht nachvollziehen. Nach acht Kilometer finde ich das Ankober Guesthouse das ich mir im Internet herausgesucht habe. Hier nehme ich mir ein Zimmer mit Bad für die nächsten drei Tage (17,-€ pro Nacht) Nach dem ich mich ein wenig häuslich eingerichtet habe mache ich ein Mittagsschläfchen, denn ich kann merken das ich kaum schlafen konnte im Flieger. Am Nachmittag suche ich eine Bank auf um mich mit der Visa Card mit Bargeld in Landeswährung Birr einzudecken. Ein Euro =32,53 Birr. Am Flughafen und auch vor der Bank spuckte der ATM kein Geld aus. Für Reisen in solche Länder ist es immer ratsam noch genügend Bargeld in Euro und US Dollar dabei zu haben.

Im Houswaer Mart bekomme ich auch preiswert Gaseinstechpatronen so dass ich mir schon beim schreiben diese Zeilen einen Kaffee aufbrühen kann. In einer Pizzeria habe ich zu Abend gegessen, Minestrone, Pizza Oriental und zwei Biere was mich 246,10 Birr (ca. 7,50€) gekostet hat.

Neues Land neues Bier

Nach dem ich den Artikel geschrieben habe lege ich mich aufs Ohr in der Gewissheit das ich schon die wichtigsten Dinge erledigt habe.



Samstag den 13.01.

Den ersten Reisebericht konnte ich gestern noch an meinen Sohn Ingo senden aber für die Bilder war das Internet im Guest House zu schwach. Als ich um zwei Uhr in der Nacht wach werde ist die Leitung frei und ich kann die Bilder abschicken.

Die Sonne am azurblauen Himmel weckt mich um zehn Uhr. Der lange Schlaf hat mir gutgetan und nach einem kleinen Frühstück auf dem Zimmer unternehme ich einen Spaziergang zur St. Georgs Kathedrale.

Die Kirche wurde 1906 errichtet. Alle Kaiserkrönungen fanden seitdem hier statt.

Gläubige beten an der Kathedrale

Nach dem ich die Stille des Parks, der rund um das Gotteshaus sich befindet, auf einer schattigen Bank genossen habe, stürze ich mich wieder in das quirlige Treiben der Millionenstadt.

Die Churchill Road eine der Hauptverkehrsadern welche die Stadt durchziehen.

Auf dem Rückweg zur Pension, ich kaufe gerade an einem Obststand ein paar Avocados ein, da lerne ich Addis kennen. Er ist Student und in seiner freien Zeit arbeitet er als Guide und finanziert damit sein Studium. Wir verabreden uns für 15:00 Uhr und er will mir den Mercator zeigen. Mit dem Taxi fahren wir zum größten Markt auf Afrikanischen Boden. Ich habe schon so einige Märkte und Basare auf der Welt gesehen, aber dieser ist was ganz Besonderes. Das unglaublich ausgedehnte Gelände aus Ladenstraßen und Ständen, bietet fast alles was für Geld käuflich ist. Am meisten haben mich die Straßen beeindruckt wo Recycling betrieben wird.

Hier wird Alteisen wiederaufgearbeitet.

In der nächsten Straße werden aus alten Teer oder Ölfässern Gebrauchsgegenstände wie Öfen oder Feuerschalen hergestellt. Auch gebrauchte Farbeimer, Büchsen, und Glasflaschen werden gereinigt und wiederverwendet.

Hier wird Plastik in allen Größen, Formen und Farben gereinigt und weiterverarbeitet.

 Ganze Straßenzüge wo es nur Gewürze oder Obst und Gemüse angeboten wird. Leder oder Korbwaren werden auf der nächsten Ladenstraße feilgeboten. Die exotischen Gerüche, die Stimmen der Händler und das bunte Treiben auf dem Merkato ist ein ganz besonderes Erlebnis für mich.  An einem traditionellen Kaffeestand legen wir eine Pause ein.

Die Kaffeebohnen werden frisch geröstet zerstoßen und frisch aufgebrüht.

Einfach köstlich der Kaffee

Auf dem Rückweg erstehe ich noch eine Äthiopische Sim Card zum Surfen und Telefonieren.  Meinen Guide Addis lade ich zum Essen ein. In einem Äthiopischen Speiselokal wo man die würzigen und schmackhaften Speisen mit den Fingern isst, lassen wir den interessanten Nachmittag ausklingen. Um 19:00 Uhr bin ich wieder im Ankober Guest House. Zuvor habe ich mich noch mit Addis für Morgen um neun Uhr zu einem Ausflug auf den Berg Entoto verabredet.



Sonntag den 14.01.2018

Addis steht wie versprochen um neun Uhr an der Rezeption. Der Bergzug Entoto ist ca. 20 Km vom Guesthouse entfernt und so nehmen wir uns ein Taxi. Die Fahrt geht über die Adwa Avenue zur King Georg VI. Street und zur Stadt hinaus. Vorbei am Goethe Institut an mehreren Obelisken. Auf dem Amist Kilo (Fünf-Straßen-Platz) erinnert ein Denkmal an die von den italienischen Faschisten am 19.Februar 1937 hingerichteten Äthiopier. Allein in Addis Abeba wurden 30.000 Menschen, besonders Angehörige der Intelligenz bestialisch umgebracht. Weiter geht es an der, wie eine Festung wirkende, Amerikanischen Botschaft vorbei. Nun schlängelt sich die Straße steil den mit Eukalyptusbäumen bewachsenen Berg hoch. Auf dem Gipfelplateau bei 3450m ü NN. wartet der Fahrer auf uns und wir betreten das ENTOTO ST.MARY E / MINILIK & TAIT´S MEMORIAL. durch die Eingangspforte.

Die Kirche ist in einer für das Land außergewöhnlichen achteckigen Form erbaut.

Hinter der Kirche am Hang gelegen, besichtigen wir den ehemaligen Palast des Kaisers Menelik II. und sein Gästehaus.


Im Vordergrund das Gästehaus

Der Palast von der Rückseite

Mit dem Bau des Palastes wurde im Jahr 1882 begonnen. Er wirkt auf mich wie ein großer Bauernhof. Auf Bildern und an Hand von Gegenständen, die wir uns in dem kleinen Museum am Eingang anschauen, ist die Pracht die am Hofe herrschte, noch zu erahnen.

Anschließen machen wir uns auf den Heimweg. Von einem Aussichtspunkt mache ich ein Bild von der, unter einer Dunstglocke liegenden Stadt.

Addis Abeba, auch die neue Blume genannt.

Ein Selfie mit Addis

Gegen zwölf  Uhr verabschiede ich mich von Addis. Ich kaufe noch ein paar Lebensmittel ein, Obst Marmelade, Honig, Kaffee und Schmierkäse. Nach dem Mittagessen verbringe den Nachmittag mit Lesen auf dem gemütlichen Innenhof des Gasthauses.



Montag den 15.01.18  Start der Etappe I. durch Äthiopien

Die drei Tage Eingewöhnungszeit haben mir gutgetan. Auch nach ca. 80 Länder, die ich schon bereist habe, ist erst mal alles neu. Die Sprache und Gestik, das Essen, die Währung, das Klima und die Religion. Doch das wichtigste ist, die Mentalität der Menschen zu erspüren umso besser klappt dann das Miteinander.

Am Morgen um acht Uhr mache ich noch ein Foto am Guesthouse und trete in die Pedale. Der Himmel ist blau und das Thermometer zeigt 10 Grad.

Die Unterkunft, war für Addis Preiswert und gut.

Mein Navi habe ich eingestellt und die Software die Ingo mir aufgespielt funktionier einwandfrei. Man fährt am sichersten und bequemsten nach Navi und kommt stressfrei durch so eine Mega City.

Zweimal deutsche Wertarbeit. Der Käfer und mein Norwid läuft und läuft und läuft und läuft…………….

Bei Akaki komme ich auf die Landstraße Nr.4 die viele ausgesetzte Stellen hat und es mächtig staubt. Mein Dress besteht heute aus einer Radler Unterhose, lange Hose, T-Shirt langärmelig, Socken und hohe Radschuhe. Radhandschuhe, Mütze und Radbrille sind zwingend nötig denn die Sonneneinstrahlung ist enorm. Die erste Tee Pause dieser Tour mache ich um 11:35 nach fünfundfünfzig gefahrenen Kilometer, kurz vor der Stadt Debre. Jetzt sind es schon 25 Grad im Schatten.

Weiter geht die Fahrt durch eine trockene Hügellandschaft wo ein paar große Schirmakazien noch Schatten spenden. Jetzt frischt der Wind auf und bläst mir den Staub der Straße ins Gesicht. Um 16:00 Uhr beende ich den ersten Rad Tag in der Stadt Adama. Das erste Hotel das ich ansteure ist goldrichtig. Ebenerdiges großes Zimmer wo mein Gefährt mit hinein passt.

Schönes Zimmer im Hotel Rasadama für umgerechnet 9€ da kann man nicht meckern.

Tagesdaten: 103 Km / 7 Std Fahrzeit / 525m Anstieg / 1380m Abstieg /